Die Pläne wurden jüngst an der Delegiertenversammlung, der Vertreter sämtlicher Schulklassen angehören, präsentiert.

Simon Thiriet, Sprecher des Basler Erziehungsdepartements, bestätigt entsprechende Informationen. Die Mode mache eben auch vor Schulen nicht halt, sagt er. So auch der Trainerhosen-Trend. Der aus Osteuropa importierte Stil hat mittlerweile den Weg in die Schulzimmer gefunden. Zum Ärger vieler Lehrer.

Lösung in diesem Jahr

Ob sich am Gymnasium Leonhard das Trainerhosen-Verbot durchsetzen lässt, ist ungewiss. Denn die Pläne werden kritisiert. «Während wir alle froh sind, dass sich niemand mehr überbreite Schulterpolster aus den Achtzigerjahren antut, gibt es andere modische Erscheinungen, die wesentlich umstrittener sind», räumt Thiriet ein.

Ein Teil der Lehrer stellt sich gegen die Pläne. Noch umstrittener sind die neuen Kleidervorschriften bei den Schülern. Nach heftigen Reaktionen hat die Schulleitung nun zusammen mit Vertretern der Schüler eine Gruppe zusammengestellt, die eine «Lösung» austüfteln soll. Noch in diesem Jahr soll ein Entscheid gefällt werden.

Egal, was dabei rauskommt: Das Ergebnis wird mit Spannung erwartet, schliesslich ist nicht nur das «Leo» vom Trainerhosen-Problem betroffen. Schulleitungen und Lehrer in ganz Basel wollen die Grundsatzfrage geklärt haben: Soll und darf sich eine Schule in die Kleiderwahl der Schüler einmischen?

Abmachung statt Verbot

Gaby Hintermann, Präsidentin der kantonalen Schulkonferenz (KSBS), plädiert dafür, Jugendlichen ein Feedback über ihre Outfits zu geben. Sie unterrichtet an der Sekundarschule Theobald Baerwart im Kleinbasel und kennt die Trainerhosen-Mode. Auch sie kritisiert den Trend. «Man sendet ein Signal aus, wenn man Trainerhosen anhat. Diese Mode wird immer noch mit den Faulen und den Dummen in Verbindung gebracht.»

Ein Kleiderverbot lehnt Hintermann dennoch ab. Sie plädiert für das Modell, das vor zwei Jahren am Theobald-Baerwart-Schulhaus eingeführt wurde. Einzelne Klassen haben sich darauf geeinigt, nicht mehr im Trainer im Unterricht zu erscheinen. Diese Abmachung sei nicht mit einem Verbot gleichzusetzen. «Wenn sich dagegen Widerstand regt, müssen wir uns damit auseinandersetzen», sagt sie.

Für die KSBS-Präsidentin sind die Kleiderdiskussionen nicht neu. Die pubertierenden Schüler loten oft die Grenzen aus, möchten dazugehören oder auffallen. Junge Frauen beispielsweise kämen manchmal zu leicht bekleidet in die Schule. Schon heute wüssten sich die Lehrer ohne generelle Verbote zu helfen. «Einige haben für solche Fälle T-Shirts parat, nehmen grosse T-Shirts mit, die sie im Notfall verteilen.»