VON PATRIK MÜLLER UND FLORENCE VUICHARD

Kapazitätsausbau statt Beschleunigung, mehr Züge und Sitzplätze statt Hochgeschwindigkeitsstrecken: So kann man das Konzept des Bundesrats für die Bahn 2030 zusammenfassen.

Doch nun fragt SBB-Präsident Ulrich Gygi die Regierung: «Will der Bundesrat wirklich das, was er jetzt in die Vernehmlassung geschickt hat?» Gygi wünscht sich, dass man auch prüft, «im Mittelland auf Hochgeschwindigkeit zu setzen». Denn «das würde viele Schweizer Städte näher zueinander bringen». Das hiesse aber, so Gygi im Interview weiter: «Man müsste eine Strecke für Geschwindigkeiten bis 300 km/h bauen.»

Konkret denkt Gygi an eine Neubaustrecke, die Bern und Zürich auf dem direktesten Weg verbindet. Die Fahrzeit würde gemäss dem SBB-Präsidenten «idealerweise 27 oder 28 Minuten» betragen. «Dann könnten wir den Taktfahrplan schweizweit weiter verdichten. Davon würden alle profitieren, auch die Genfer, die dann deutlich schneller in Zürich oder St. Gallen wären.»

Gygi hat auch eine billigere Alternative auf Lager: «Es gäbe auch die Möglichkeit, Zürich–Rothrist neu zu bauen und dann die bestehende Neubaustrecke nach Bern auf 300 km/h aufzurüsten.» Aber Gygi betont: «Jede Variante müsste dank des Gewinns von Kunden ihre Betriebskosten mindestens decken.»
Züge, die 300 km/h fahren: Damit würde die Schweizer Bahn in die Liga der französischen TGV, der deutschen ICE und der japanischen Shinkansen aufsteigen. Vor Gygi hatten bereits ETH-Professoren für ein Hochgeschwindigkeits-Konzept plädiert.

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