«Wir prüfen sicher, ob die Aufsichtskommission auch in diesem neuen Fall aktiv werden muss», sagt der Zürcher FDP-Kantonsrat und ABG-Präsident Hans-Peter Portmann. Die elfköpfige Kommission des Kantonsrats ist bereits bei der Entlassung von Mörgeli als Kurator des Medizinhistorischen Museums involviert.

Unterdessen geht der Streit um die «Billig-Dissertation» an der Uni Zürich weiter. Mörgeli wird vorgeworfen, in seiner Eigenschaft als Titularprofessor am Medizinhistorischen Institut Doktortitel, die den wissenschaftlichen Anforderungen nicht genügen, vergeben zu haben. In der Kritik steht auch Mörgelis Ex-Chef und Mitbegutachter Beat Rüttimann.

FDP-Ständerat Felix Gutzwiller, der als Professor und Direktor des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin an der Uni Zürich tätig ist, sagt zu den Vorwürfen: «An Mediziner, die jahrelang studieren müssen, sind die Anforderungen an eine Dissertation geringer. Nach meiner Erfahrung braucht es dafür einen Aufwand von vier bis sechs Monaten.» Gutzwiller betont aber, dass die vorgegebenen Standards eingehalten und wissenschaftlich gearbeitet werden muss.

Ob dies im Fall der von Mörgeli abgesegneten Dissertationen der Fall ist, klärt die Uni nun ab. Sie hat damit die Medizinische Fakultät beauftragt. Diese kann eine unabhängige Instanz damit beauftragen oder für ihre Abklärungen externe Berater beiziehen.

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