Die ETH Zürich hatte den 10-jährigen Gymnasiasten noch abgelehnt. Nun steht Maximilian Janisch kurz vor der Aufnahme an die Universität Zürich. Diese Woche fand das erste Treffen zwischen der Universitätsleitung und Maximilians Eltern statt. Schon jetzt ist klar: Der Bub aus Meierskappel LU darf sich dem Vernehmen nach berechtigte Hoffnungen machen, bald an der Uni Mathematik zu studieren. Zurzeit wird nach einer massgeschneiderten Lösung für ihn gesucht.

Zu den Details wollen sich die Beteiligten zwar erst äussern, wenn die letzten Punkte geklärt sind. Der Dekan der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät und künftige Rektor der Universität Zürich, Michael Hengartner, sagt aber: «Ich bin der Meinung, dass jeder junge Mensch Anrecht darauf hat, so gefördert zu werden, wie es für ihn am besten ist.»

Der hochbegabte Maximilian durchlief die Primarschule in nur drei Jahren. Zurzeit besucht er das Gymnasium in Immensee SZ und hat diesen Frühling die Mathe-Matura mit Bestnoten abgelegt. Daraufhin wollte er unter grossem öffentlichen Aufsehen an der ETH Mathematik studieren. Diese verwehrte ihm allerdings die reguläre Teilnahme an einem Studium, weil er das Gymnasium in den anderen Fächern noch nicht abgeschlossen hat.

Zwar bot die ETH Maximilian an, als Gast an den Vorlesungen teilzunehmen, doch das wollten weder er noch seine Eltern. Damals sagte sein Vater Thomas Drisch, ein Kind wolle sich in seinem Talent beweisen. «Müsste Maximilian die Vorlesung als Hörer besuchen, ohne dass ihm das etwas für die Zukunft bringt, würde er womöglich den Spass daran verlieren.»

Deshalb sucht die Universität Zürich nun nach einem Weg, seine Leistungen mit Punkten anzuerkennen. Klar ist allerdings, dass sich Maximilian nicht als gewöhnlicher Student einschreiben kann. Auch für die Universität Zürich gilt, dass dafür eine komplette Matura vorhanden sein muss, nicht nur ein Teilbereich.

Wie die geplante Aufnahme genau aussehen wird, soll bald feststehen. «Wir hoffen, einen definitiven Entscheid innerhalb der nächsten Wochen treffen zu können», sagt Dekan Hengartner. Dann könnte Maximilian schon diesen Herbst starten. Als 10-Jähriger wäre er nur halb so alt wie seine neuen Kommilitonen.

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