VON KATIA MURMANN

Haben Sie Freunde, die in Duisburg auf der Loveparade waren?
Joel Meier: Ja, aber zum Glück ist niemand direkt betroffen. Was da passiert ist, ist furchtbar. Es ist eine Tragödie und als Veranstalter eines solchen Anlasses das Schlimmste, was man sich überhaupt vorstellen kann.

Ist ein solches Unglück auch in Zürich möglich?
Nach dem, was wir bisher über die Ursachen wissen, nein. Es gibt bei uns kein Nadelöhr, wir versperren keine Wege mit Gittern und wir halten stets alle Seitenstrassen als Fluchtwege frei. Es gibt bei der Street Parade immer Möglichkeiten, auszuweichen, wenn grosser Druck entstehen sollte.

Sie ändern nichts an Ihrem Sicherheitsdispositiv?
Wir werden sicher bei den nächsten Sitzungen noch einmal genau hinschauen. Was jetzt in Duisburg passiert ist, wird ein grosses Thema sein. Aber wir sind der Meinung, dass wir gut vorbereitet sind. Die Street Parade ist schliesslich seit 19 Jahren am gleichen Ort. In Duisburg war es das erste Mal, dass die Loveparade auf diesem Gelände stattgefunden hat. Der Veranstalter hatte keine Erfahrung, wo die Leute reinkommen, wie sie sich bewegen.

Können auch Familien mit Kindern bedenkenlos an die Street Parade kommen?
Kleinkinder gehören nicht an die Street Parade. Alles andere ist verantwortungslos von den Eltern. Es ist einfach zu laut für die Kinder.

Wie viele Besucher erwarten Sie in diesem Jahr?
Bei schönem Wetter erwarten wir einen Grosserfolg mit bis zu 1,2 Millionen Besuchern. Wenn es regnet, werden es wohl um die 800 000 sein wie im letzten Jahr. Auch das ist ein Erfolg.

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