Christine Maier (46) verlässt überraschend den Posten der «Club»-Leiterin und -Moderatorin, um sich bei «10 vor 10» wieder vermehrt der Aktualität zu widmen. Kein Zweifel, dass Maier dieser Aufgabe gewachsen ist. Als sie 2005 für die damals schwangere «10 vor 10»-Moderatroin Daniela Lager einsprang, waren sich die Kritiker einig: Sie packte den Job auf Anhieb. Der «Blick» am Tag nach Maiers «10vor10»-Premiere: «Sie gab sich nicht die geringste Blösse. Sie war sicher, souverän und sympathisch.»

Dafür wird Christine Maier bald dem «Club» fehlen. Denn die 46-Jährige ist in den letzten Jahren besser und besser geworden als Gastgeberin und Diskussionsleiterin. Stand sie am Anfang noch im Schatten des so knorrigen wie charismatischen «Club»-Mitbegründers Ueli Heiniger, entwickelte sie sich nach dessen Abgang mehr und mehr zur dominanten Figur im «Club».

Sie pflegte sich akribisch vorzubereiten, schaute auf einen ausgewogenen Personenmix, schreckte nicht davor zurück, auch heikle Themen kontrovers zu behandeln. So toll sie ihren Job erledigte, so hoch ist nun die Messlatte für ihre Nachfolgerin. Wie Maier gegenüber dem «Sonntag» sagte, wird sie sich «selbstverständlich nicht in die Kandidatensuche einmischen». Sie sei aber zuversichtlich, dass die Nachfolge «gut und schnell» geregelt werde.

Gesucht wird eine «integrative und belastbare Persönlichkeit mit einem hervorragenden Leistungsausweis». Vorausgesetzt wird Erfahrung in Moderation und Gesprächsführung, «wenn möglich vor Fernsehkameras». Erwünscht sind auch eine ausgezeichnete Allgemeinbildung, ein breit gefächertes Interessenspektrum und ein entsprechendes Beziehungsnetz. Schliesslich wird ein «gutes Gespür für Menschen und Themen» erwartet.

Der Posten wird in den nächsten Tagen öffentlich ausgeschrieben. Weil Maier nicht nur «Club»-Moderatorin war, sondern auch Redaktionsleiterin, wird auch Ausschau gehalten nach einem neuen «Club»-Chef. Ob sich Co-«Club»- Moderator Röbi Koller (53) um den frei werdenden Kaderposten bewerben wird, scheint eher fraglich: Er hat mit «Happy Day» eine grosse Kiste am Hals, die ihn auch weiterhin stark absorbieren wird.

Dem Vernehmen nach ist das Interesse an der Maier-Nachfolge gross. Es gab zahlreiche Bewerbungen bereits vor der Ausschreibung. Und zwar von internen wie auch von externen Kandidaten. Das ist verständlich: Der «Club» gilt fernsehintern als Moderations-Flaggschiff. Weil hier – im Gegensatz etwa zur «Arena» – nicht das laute Wort und die plakative Formulierung gefragt sind, sondern gescheites Argumentieren. «Club»-Gastgeber zu sein, betrachten viele Fernsehjournalisten als eigentlichen «Traumjob».

Wer kommt infrage? «Der Sonntag» stellt drei valable Kandidatinnen vor.

Kathrin Winzenried (37). Sie moderiert als Stellvertreterin von Ueli Schmezer den «Kassensturz». Und zeigt sich gerade bei den Interviews als hartnäckige Nachfragerin. Bei der gelernten Primarlehrerin mit bäurischen Wurzeln käme im «Club» keiner mit einer billigen Ausrede davon.

Sonja Hasler (43). Sie macht in der «Arena» nicht den glücklichsten Eindruck. Die studierte Theologin käme in einer «stilleren» Sendung eindeutig besser zur Geltung. Die Kriterien «ausgezeichnete Allgemeinbildung» und «breit gefächertes Interessenspektrum» werden von Hasler vorbildlich erfüllt.

Katja Stauber (48). Die Sprecherin der «Tagesschau» hat kürzlich in einem Interview mit dieser Zeitung durchblicken lassen, dass sie gegenüber einer Luftveränderung nicht abgeneigt wäre und betont, dass sie bestimmt nicht noch einmal 18 Jahre die wichtigste Nachrichtensendung des Schweizer Fernsehens moderieren werde. Da das Sprecher-Team der «Tagesschau»-Hauptausgabe mit Cornelia Boesch (36) nun ein fünftes Mitglied erhält, ist denkbar, dass Stauber künftig weniger Einsätze um 19.30 Uhr haben wird. Ein idealer Zeitpunkt für einen Absprung also.

Vorstellbar wäre eigentlich auch eine Kandidatur von Daniela Lager. Aus ihrem Umfeld verlautet aber, dass sie sich nicht bewerben werde, weil sie von ihren beiden Kindern zurzeit stark beansprucht werde.

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