UBS-Chef Sergio Ermotti wollte die Zeitungsmeldung weder bestätigen noch dementieren: «Kein Kommentar!», sagte er dreimal, als ihn «Der Sonntag» gestern auf seinem Handy erreichte – und fragte, ob der Bericht der «Financial Times» stimme. Das Blatt schrieb gestern, die UBS werde wichtige Bereiche des Investmentbankings abspalten, was den Verlust von bis zu 10 000 der total 63 500 Stellen bedeute. Auch die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete übereinstimmend von den Plänen, gestützt auf gut informierte Kreise.

Demnach werde die UBS grosse Teile ihres «Fixed income»-Bereichs in eine neue Einheit bringen, die nicht mehr zur Kernbank gehöre. Die gefährdeten Jobs sind vor allem in den USA.

Oswald Grübel, Ex-Chef von UBS und CS, schreibt in seiner heutigen Kolumne, der «Bankenschrumpfungsprozess» werde generell weitergehen. Das belegt auch eine neue Studie der UBS, welche die Kapitalausstattung der Credit Suisse bemängelt. Ihre Bilanz sei mehrere hundert Milliarden Franken zu gross. Die Leverage Ratio sei im Branchenvergleich rekordtief. Offenbar ist die CS inzwischen wieder auf dem Radar von Hedge Funds, die gegen ihre Aktie spekulieren.

Auch vonseiten der Politik kommen die Banken weiter unter Druck. Am Mittwoch bringt Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf eine Gesamtschau zur Finanzmarktpolitik in die Regierung. Gemäss Recherchen will sie das Geldwäscherei-Gesetz verschärfen. Es soll auch bei einem Verdacht auf schwere Steuerdelikte greifen – geplant ist eine Meldepflicht für Banken. Zudem soll es eine Finanzplatz-Kommission geben unter der Leitung von Aymo Brunetti, Professor an der Uni Bern. Sie soll eine Strategie ausarbeiten.

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