VON LUKAS FÜGLISTER

Das auf den Rücken tätowierte «Arschgeweih» ist wieder out, und der in schwarzer Tinte auf dem Unterarm verewigte «Michael» ist im richtigen Leben längst Stefan gewichen: Immer mehr Menschen wollen ihr einst heiss geliebtes Tattoo wieder loswerden. «Die Zahl der Patienten, die bei uns ihr Tattoo mit einem Laser entfernen lassen wollen, nimmt zu», sagt Reinhard Dummer, stv. Direktor der Dermatologie am Unispital Zürich.

Mit Tattoo-Entfernungen lässt sich viel Geld verdienen: 450 Franken kostet eine Sitzung am Unispital. Bis zu zehn Sitzungen sind nötig. Neuerdings wollen selbst ernannte Lasercenter und Tattoo-Entfernungs-Studios mitverdienen.

Dort hantieren Laien mit den gefährlichen Klasse-4-Lasern, obwohl die Medizinprodukteverordnung klar festhält: «Laser der Klasse 4 dürfen ausschliesslich durch eine Ärztin oder einen Arzt oder durch eine ausgebildete Fachperson unter Kontrolle und Verantwortung einer Ärztin oder eines Arztes angewendet werden.»

Im Lasertherapie-Center Wil zum Beispiel entfernt ein Laie Tattoos – mit Lasergeräten aus China. Für Teilhaber Robert Mädler, immerhin studierter Naturwissenschafter, ist das kein Problem.

Die Regulierung des Einsatzes von Lasergeräten sei unverhältnismässig: «Tätowieren darf jeder, obwohl dabei in die Haut eingedrungen und Farbe in den Körper gespritzt wird. Ein Laser, der nicht in die Haut eindringt, soll aber nur von Fachpersonen angewandt werden dürfen. Das macht doch keinen Sinn.»

Sie würden in ihrem Center grösstmögliche Sorgfalt walten lassen. «Keine dunkle Haut, keine Augenbrauen, keine Tätowierungen aus Afrika.» Mit seinem Geschäftspartner vertreibt Mädler die Lasergeräte aus China in der Schweiz. Für 9450 Franken kann sich jeder eins kaufen. Welcher Gefahrenklasse die Geräte angehören, weiss Mädler nicht. Er ist aber überzeugt, nichts Illegales zu tun.

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