VON ARTHUR RUTISHAUSER

Die Swiss kann, wenn sie will, künftig wieder unter dem Namen Swissair fliegen. Dies acht Jahre nach dem Grounding des einstigen Schweizer Nationalstolzes. Vor kurzem hat sich die Airline mit Swissair-Konkursverwalter Karl Wüthrich auf einen entsprechenden Deal geeinigt.

Dies bestätigt Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel gegenüber dem Sonntag. Donzel: «Vorläufig wollen wir die Marke nicht kommerziell nützen. Aber wir wollten verhindern, dass jemand anders plötzlich unter dem Namen der Swissair fliegt.»

Gemäss Wüthrich wurde vereinbart, dass die Swiss auf eine Forderung gegenüber der Swissair in der Höhe eines hohen zweistelligen Millionenbetrags verzichtet. Da die Konkursdividende der Swissair und SAirGroup nur etwa 10 Prozent betragen wird, verzichtet die Swiss de facto auf etwa 10 Millionen Franken.

Der Betrag wirkt nicht sehr hoch, denn nach dem Konkurs der Swissair wurde der Markenwert der Swissair auf eine halbe Milliarde geschätzt. Vor dem Untergang war die Swissair eine der wertvollsten Marken der Schweiz.

Mit dem Kauf des alten Firmennamens wird es Druck auf die Führung der Swiss geben, den früheren Namen wieder einzuführen. Denn noch immer trauern die meisten Piloten um die Swissair und an den meisten Orten der Welt heisst die Swiss bis heute Swissair.

Noch immer offen sind laut Swissair-Konkursverwalter Wüthrich Verantwortungsklagen gegen ehemalige Swissair-Verwaltungsräte. Allerdings sind Wühtrichs diesbezüglichen Forderungen bisher allesamt in erster Instanz abgeblitzt.

Anders ist es mit Rückforderungen von zu Auszahlungen in letzter Sekunde. Namentlich die Zürcher Kantonalbank musste akzeptieren, dass sie 80 Millionen zurückzahlen musste. Laut Wüthrich wird auch geprüft, ob weitere Verantwortlichkeitsklagen eingereicht werden könnten. Dies vor allem wegen Zahlungen im Umfeld des Groundings.

Offen ist auch, ob es nicht doch noch zu einem grossen Vergleich zwischen den Verantwortlichen und dem Konkursverwalter kommt. Wüthrich bestreitet zwar, dass im Moment entsprechende Verhandlungen geführt werden.

Aber wenn sich der Nebel der Gerichtsverfahren etwas lichtet, dürften die Verantwortlichen auf beiden Seiten ein Interesse daran haben, endlich Frieden zu schliessen. Hinter vorgehaltener Hand spricht man von einer Summe von etwa 100 Millionen Franken, welche die ehemaligen Verwaltungsräte zu zahlen bereit wären.