Staatssekretär Michael Ambühl hat im Steuerstreit mit den USA eine Lösung gefunden. Doch statt Freude herrscht in Bundesbern jetzt Panik, denn der Deal kommt einem beispiellosen Kniefall gleich. Wird er umgesetzt, müssten nicht nur die 13 Banken, die im Visier der US-Justizbehörden sind, Dossiers in die USA liefern, sondern auch andere Schweizer Banken, die US-Kunden betreuen oder betreut haben.

Betroffen sind gemäss Schätzung eines Bankenvertreters rund 80 bis 90 der total rund 300 hiesigen Finanzinstitute. Diese wägen nun die Vor- und Nachteile eines solchen Deals ab. Machen sie nicht mit, riskieren sie später, auf den Radar der US-Steuerfahnder zu geraten. Schlagen sie ein, sind sie Teil der redimensionierten «Globallösung» und können die Vergangenheit abhaken – müssen aber nebst einem Bussgeld auch ihren US-Kundenstamm herausrücken.

Die Regeln im Deal sind offenbar so abgefasst, dass die US-Behörden wie bei Fatca mit den nötigen Informationen versorgt werden, damit sie ihre Amtshilfegesuche stellen können. Die USA dürften so den grössten Teil der Steuersünder schnappen. Auch dank der neu zugelassenen Rasterfahndungsmethode. Damit wird auf dem Papier zwar der Schweizer Rechtsweg eingehalten, vom Bankgeheimnis jedoch bleibt faktisch nichts mehr übrig. Die Banken würden es mit dem Deal definitiv aushebeln.

Im Parlament dürfte der Unmut über die Banken damit noch steigen. Diese Woche war es die UBS, die mit ihren Boni auch bei den Bürgerlichen für rote Köpfe sorgte. Wie sich nun zeigt, konnte Investmentbanking-Chef Andrea Orcel mit seinem Antrittsbonus bereits beträchtliche Kursgewinne verbuchen. Die ihm zugeteilten UBS-Aktien legten in den letzten Monaten um knapp 50 Prozent zu. Der Wert seines Startpakets bei der UBS stieg um fast 9 Millionen auf 33 Millionen Franken.

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