VON YVES CARPY, CHRISTOF MOSER, ARTHUR RUTISHAUSER UND FLORENCE VUICHARD

Die Finanzmarktaufsicht (Finma) hatte einzig für 2008 den Auftrag, die variablen Löhne der UBS-Banker zu bestimmen. «Für 2009 haben wir vom Bundesrat kein solches Mandat erhalten», bestätigt Finma-Sprecher Alain Bichsel gegenüber dem «Sonntag».

Nun wird klar: Justizministerin Evelyne Widmer-Schlumpf hat beim Aushandeln des Rettungspakets im Herbst 2008 auf weitere Mitbestimmungsrechte verzichtet. Sie war damit zufrieden, dass die UBS versprach, für 2009 ein neues Lohnsystem einzuführen.

Welche Boni-Zahlungen dieses erlaubt, wird sich erst Anfang 2010 zeigen. Schon jetzt ermöglicht es aber die sofortige Erhöhung der Saläre von Investmentbankern um bis zu 50 Prozent. Auch hat die UBS ihren Direktoren bereits im Februar Boni im Wert von 900 Millionen Franken versprochen, die sie im zweiten Quartal verbucht.

«Die Profis wissen, was zu tun ist», mit dieser Aussage verbat sich alt Bundesrat Kaspar Villiger in einem Interview der «Berner Zeitung» jede Kritik seitens der Politiker. Damit sorgt er, der Brücken bauen sollte, für neuen Ärger über die UBS: Er brachte die Politiker so auf, dass die sonst eher nüchternen Ständeräte am Mittwoch einer Motion zustimmen könnten, die den Lohn der UBS-Manager auf das Niveau von Bundesbetrieben senken will. Deren Chefs verdienen zwischen 600 000 und 700 000 Franken.

18 Ständeräte wollen die Motion annehmen, 14 lehnen sie ab, wie eine Umfrage des «Sonntags» bei den Parlamentariern zeigt. Einer, der ganz sicher Ja stimmt, ist der SVP-Ständerat Hannes Germann: «Das Boni-Theater nimmt kein Ende. Man hätte die UBS in Konkurs gehen lassen müssen, sie haben nichts aus dem Debakel gelernt.»

Lesen Sie die ganze Geschichte in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!