In jüngster Zeit musste Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf (BDP) viel Kritik für ihre Arbeit als Justizministerin einstecken – jetzt wird sie von ihrer Nachfolgerin entlastet. Auf die Frage, ob sie das Justizdepartement (EJPD) nach Widmer-Schlumpfs Abgang habe «aufräumen» müssen, antwortet Simonetta Sommaruga (SP) dezidiert: «Nein. Dieses Gefühl habe ich überhaupt nicht.» Und sie fügt an: «Frau Widmer-Schlumpf hat das Departement in einem sehr guten Zustand hinterlassen.»

Sommaruga wehrt sich zudem, dass die Untersuchung zu den 10000 «schubladisierten» irakischen Asylgesuchen, von denen Widmer-Schlumpf nicht gewusst haben will, im Vorfeld der Bundesratswahlen verpolitisiert wird. «Der Bundesrat hat sich für eine umfassende und seriöse Untersuchung ausgesprochen, da zahlreiche Personen involviert sind. Er will keine taktischen Spiele, will sich nicht unter Druck setzen lassen und will auch nicht, dass diese Untersuchung in einen politischen Kontext gestellt wird», sagt Sommaruga im Interview. «Ich werde die Öffentlichkeit informieren, wenn Resultate vorliegen.» Das dürfte erst Ende Jahr der Fall sein – und damit nach den Bundesratswahlen.

Weiter lobt Sommaruga das Funktionieren des Bundesrats: «Wir kämpfen hart, schenken einander in den Sitzungen nichts, aber wir sind kollegial im Umgang miteinander und haben es in einem Wahljahr geschafft, uns nicht auseinanderdividieren zu lassen.»

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