AKWs abstellen, Beleuchtungen reduzieren und Übergewicht bekämpfen – das ist seine Wahltaktik für das Polit-Rennen. Paul Accola, den alle nur in der Verkleinerungsform Päuli nennen, hat Grosses vor: von Davos Platz nach Bern-Bundeshaus. Vom Bagger- und Holztransportunternehmer zum Nationalrat mit 1.-Klass-Generalabo. Der Mann, auf dessen Webseite «Päulis beste Sprüche» viel Platz einnehmen, ist auch politisch nicht kleinlaut.

Herr Accola, wie lautet Ihr Wahlslogan?
Zurück zur Natur! Ich war schon immer gegen AKWs. Die muss man so schnell wie möglich abstellen. Niemand weiss, wohin mit dem Atom-Müll! Lieber mehr sparen. Braucht es Schaufensterbeleuchtungen in der Nacht? Die kann man abstellen.

Accola nennt erneuerbare Energien «ein absolutes Muss», lebt selber aber in einem 100-jährigen Haus mit Ölheizung. Jetzt denke er aber daran, eine Holzschnitzel-Heizung einzubauen.

Sind Sie ein Grüner geworden?
Da kriege ich Würmer, wenn ich das höre! Es sind doch die Grünen, die mit dem Elektromobil herumfahren. Und was braucht das? Strom! Sauberen Atom-Strom! Typisch Grüne! Aus den Augen, aus dem Sinn.

In Davos sind die Meinungen über Accolas Kandidatur auf der Liste der SVP International, einer Sektion der Dachpartei für Auslandschweizer, geteilt. «Die einen finden es fantastisch, die anderen sind skeptisch», sagt Therry Brunner, Redaktor der «Davoser Zeitung»: «Ich erachte seine Wahlchancen als intakt.»

Doch da müsste Accola ein Exploit gelingen wie 1988 in Calgary, als er in der Kombination die Bronzemedaille holte («Was ist schon die Kombination! Die interessiert ja doch kein Schwanz»).

Hobby-Golfer Accola lässt sich vor den Karren der SVP Graubünden spannen. Ehefrau Valérie amtet dort als Parteisekretärin. Nach dem Ausschluss ihrer Nationalräte Brigitta M. Gadient und Hansjörg Hassler, die heute der BDP angehören, will die SVP einen Sitz zurückgewinnen. Parteipräsident Jon Peider Lemm gibt unumwunden zu: «Wenn die SVP International mit Accola bis zu 2 Prozent Wähleranteil holt, hilft uns das.» Auf die Frage, wo sein Zugpferd denn politisch genau stehe, fällt Lemm aber auch nur ein: «Er ist ein flotter Kerl.»

Herr Accola, was haben Sie neben der Energie für politische Schwerpunkte?
Also bei den Flüchtlingen finde ich, dass wir nicht in der Schweiz, sondern vor Ort helfen sollten. Schliesslich haben diese Leute ja in Afrika grüne Felder, können aber nichts damit anfangen. Es ist doch klar: Wir sind überbevölkert!

In der Landwirtschaftspolitik würde er sich dafür einsetzen, die Subventionen besser zu kontrollieren, sagt Accola. Man solle aber «endlich damit aufhören, auf den Bauern rumzuhacken». Ein Aufreger seien doch «die Super-Löhne der Banker».

Sie unterstützen also gegen die offizielle Parteilinie die Abzocker-Initiative?
Ja, das muss man machen. Es ist doch nicht normal, dass jemand 35 Millionen Franken bekommt! Ich hätte ein schlechtes Gewissen.

Dass er «definitiv gegen die EU» ist und Homo-Ehen als «nicht natürlich» bezeichnet, überrascht bei Accola nicht. Die Armee bezeichnet er als eine «Lebensschule». Disziplin sei überhaupt mehr gefragt: «Die Fettleibigkeit ist ein grosses Problem.» Sein Programm? «Die Kinder zu mehr Sport animieren.»

Sie bewundern Christoph Blocher. Wen noch?
Ich war ein Fan von Kurt Furgler. Wenn ich ihn hörte, zog es mir die Löcher in den Socken zusammen.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!