Mindestens sieben von neun Sonova-Managern sind in den Insiderskandal verwickelt. Damit ist das Ausmass viel grösser als bisher angenommen. Lediglich ein bis zwei Kaderleute hielten die Wertpapiere, bevor der Kurs nach einer Gewinnwarnung am 16. März zusammenbrach. Das haben Recherchen des «Sonntags» ergeben.

Insgesamt tätigten die Sonova-Manager 34 Transaktionen in der heissen Phase zwischen dem 28. Februar und dem 10. März. Das ist eine auffällige Häufung: In den vergangenen 12 Monaten waren es insgesamt 50 Transaktionen.

Anhand der öffentlich zugänglichen Daten der Schweizer Börse SWX und von Angaben über den Aktienbesitz im Geschäftsbericht lassen sich präzise Rückschlüsse auf einzelne Manager herstellen. So ist es eindeutig, dass GL-Mitglied Hans Mehl und Oliver Walker Aktien verkauft hatten.

Nach der Gewinnwarnung stürzte die Sonova-Aktie um 30 Prozent ab. Die Manager, die fast ausschliesslich Optionen besassen, haben durch den rechtzeitigen Verkauf Anfang März mehrere Millionen Franken eingenommen, die sie sonst verloren hätten. Der Wert der Optionen kollabierte um über 50 Prozent. Gemäss Insidern ist ein Verfahren wegen Verstoss gegen die Insiderstrafnorm «so gut wie sicher».

Diese Woche musste Sonova-Gründer Andy Rihs das Präsidium abgeben. Zurücktreten mussten CEO Valentin Chapero und Finanzchef Oliver Walker. Die Firma muss wegen Verstosses gegen die Ad-hoc-Pflichten mit einer Busse von bis zu 10 Millionen Franken rechnen.

Beantworten Sie dazu die Sonntagsfrage: Sollen Börsendelikte in Zukunft hart bestraft werden?

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