VON KATIA MURMANN UND NADJA PASTEGA

In Chur wusste man nichts von der pädophilen Vorgeschichte von Pater Gregor aus Schübelbach SZ. Solche Lücken im Meldesystem sollen jetzt geschlossen werden. «Wer Kinder missbraucht, darf nicht mehr mit Kindern arbeiten. Man muss ein Berufsverbot verhängen», fordert CVP-Chef Christophe Darbellay im «Sonntag». Umsetzen will er das Berufsverbot mit einer nationalen schwarzen Liste für pädophile Priester.

Die Idee findet in den höchsten Kirchenkreisen Unterstützung: Roland-Bernhard Trauffer, Generalvikar des Bistums Basel, spricht sich im Interview mit dem «Sonntag» für eine schwarze Liste aus: «Persönlich wäre ich einverstanden, wenn Übergriffe vermieden werden können», sagt Trauffer. «Es ist ein Skandal, dass es damals Hunderte von Fällen in staatlichen oder humanistischen Einrichtungen gab, in denen pädophile Autoritätspersonen lange herumversetzt wurden.»

Auf die neuen Fälle in der Schweiz hat das Fachgremium «Sexuelle Übergriffe in der Pastoral» der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) reagiert: In einer Krisensitzung am Freitag wurden Empfehlungen an die SBK verabschiedet. So sollen die Kirchenstellen künftig auch ohne das Opfer Anzeige gegen fehlbare Priester einreichen können. Zudem schlägt das Gremium vor, kirchenunabhängige Meldestellen für Missbrauchsopfer einzurichten.

Papst Benedikt XVI. bat am Samstag in seinem Hirtenbrief die Missbrauchs-Opfer in Irland um Vergebung. Er empfinde Scham und Reue, so der Pontifex.

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