VON KATIA MURMANN

Als Holländerin war Ingrid Deltenre (49) fünf Jahre lang Direktorin des Schweizer Fernsehens. Seit Anfang des Jahres ist sie Generaldirektorin der European Broadcasting Union in Genf – und stolze Schweizerin. Zu Weihnachten erhielt sie von ihrer Heimatgemeinde Zollikon ZH den Bescheid, dass sie eingebürgert worden ist.

«Über dieses Weihnachtsgeschenk habe ich mich sehr gefreut», sagt Deltenre dem «Sonntag». Schon als Jugendliche hatte sich die gebürtige Aargauerin um den Schweizer Pass bemüht – doch die Stadt Baden verweigerte ihr damals die Einbürgerung, weil sie mit Dutzenden anderen Jugendlichen an der Besetzung einer Brauerei teilgenommen hatte.

In Zollikon wagte Ingrid Deltenre nun einen neuen Versuch. «Es hat mich beeindruckt, dass ich als Ausländerin Direktorin des Schweizer Fernsehens werden konnte», sagt sie. «Deshalb wollte ich Bürgerin dieses tollen, offenen Landes werden.» Zudem habe sie schon immer auch politisch mitbestimmen wollen. Deltenre: «Jetzt gehöre ich zu den gut 8000 Stimmberechtigten in Zollikon!»

Das freut Katharina Kull-Benz, die Gemeindepräsidentin von Zollikon. Sie hat die prominente Neu-Schweizerin zusammen mit allen anderen -Eingebürgerten zu einem Apéro ins Ortsmuseum geladen. Kull-Benz: «Wir würden uns sehr freuen, wenn Frau Deltenre zu dem Anlass kommt und wir sie näher kennen lernen könnten.»

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!