Zwickau steht für die «Braune Armee Fraktion», wie deutsche Medien die rechte Terrorzelle nennen. Sie hat mindestens zehn Menschen ermordet. Jetzt kommt aus: Ein Pnos-Mitglied trat vor drei Jahren als Redner an einer Veranstaltung der rechtsextremen NPD in der ostdeutschen Stadt auf. Dabei liess er sich mit zwei Neonazis fotografieren, die dem Umfeld des nun enttarnten Mörder-Trios zugerechnet werden. Bei dem Schweizer handelt es sich um Mario Friso, den früheren Pnos-Pressesprecher. «Friso ist heute nicht mehr Pnos-Mitglied», behauptet Parteipräsident Dominic Lüthard. Doch weitere Beispiele zeigen die Nähe zwischen den Neonazi-Szenen in beiden Ländern.

Die Situation hierzulande könnte nicht mit Deutschland verglichen werden, sagt der Vizedirektor des Nachrichtendienstes, Jürg Bühler, dem «Sonntag»: «Der Rechtsextremismus in Deutschland hat eine andere Qualität, die Mitglieder sind dort viel gewaltbereiter als bei uns.»

Extremismus-Experte Samuel Althof aus Basel stellt diese Einschätzung klar in Abrede: «In der rechtsextremen Szene der Schweiz gibt es durchaus Personen, die ein hohes Gewaltpotenzial wie in Deutschland entwickeln könnten.» Die Analyse von Althof, der an Forschungsprojekten zu Rechtsextremismus beteiligt war, ist beunruhigend: «Mordanschläge, wie sie in Deutschland geschahen, sind auch in der Schweiz denkbar.»

Trotz der Mordserie in Deutschland bezeichnet Nachrichtendienst-Vize Bühler die Lage in Europa nach wie vor als «relativ ruhig». Jürg Frischknecht («Die unheimlichen Patrioten») kritisiert dieses Verhalten als «in der Tradition liegend».

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