Heute lebt das Ehepaar in der Nähe von Zürich. „Der Sonntag“ fragte das Ehepaar Greiner, wie es auf Grund ihrer Geiselerfahrung die Bemühungen der Schweiz um Frieden in der Krisenregion einschätze: „Meine persönliche Meinung dazu ist, dass die Chancen dafür minimal sind. Die Gruppierungen dort sind extrem radikal. Sie wollen die Scharia einführen und zeigen keinerlei Kompromissbereitschaft. Da bleibt kein Spielraum für Diskussionen“, sagen die Greiners. Werner Greiner sagt, er habe monatelang die Radikalität dieser Leute erdulden müssen. „Sie sind zu Erreichung ihrer Ziele zu allem bereit. Sie sind bereit zum Töten und haben selber keine Angst vor dem Tod, was sie extrem gefährlich macht“, so Greiner.

Seine Frau Gabriella pflichtet ihm bei: „Ich bezweifle, dass diese Gruppierungen jemals ernsthaft Interesse an solchen Verhandlungen hatten. Man hoffte, mit gemässigteren Gruppen einen Pakt schliessen zu können. Das ist nicht gelungen. Diese Leute sind so fanatisiert und unberechenbar. Ich habe dies während meiner Geiselhaft hautnah erlebt“, sagt Gabriella Barco Greiner. Beide verfolgen die Geschehnisse in Algerien und Mali. Sie sind überzeugt, dass allfällige noch in Geiselhaft befindliche Ausländer nur eine Chance zum Überleben haben, wenn man mit den Entführern verhandelt. „Nur dank Verhandlungen sind wir damals aus dieser schrecklichen Situation rausgekommen“, sagen die Greiners.

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