Die Schweizer Börse könne schon bald in fremde Hände fallen. Mitarbeiter der SIX Group, zu der die SWX Swiss Exchange gehört, befürchten jedenfalls, dass die Börse im Zuge der Fusion der Deutschen und der New Yorker Börse verkauft werden könnte. Die Börsen in der Schweiz und Deutschland besitzen mit Eurex eine gemeinsame Tochter für den Handel von Optionen.

Wie Recherchen ergeben haben, laufen die Verhandlungen ausschliesslich auf Ebene des Verwaltungsrats. Die Geschäftsleitung unter Urs Rüegsegger ist nicht involviert, was die Belegschaft der SIX zusätzlich verunsichert. Wie mehrere unabhängige Quellen bestätigen, wurde der Zürcher Staranwalt Peter Nobel für die Verhandlungen mit den Deutschen mandatiert. Das ist brisant: Er war bis 2005 Sekretär des Verwaltungsrates bei der Eurex und ist mit dem Chef der deutschen Börse, dem Schweizer Reto Francioni, befreundet.

Wird die SWX verkauft, bricht ein wichtiger Pfeiler der Schweizer Finanzarchitektur weg. Ohne Börse mutiert die SIX Group zu einem einfachen Abwickler von Zahlungen. Die Grossbanken, die 30 Prozent an der Börse halten, zeigen vermehrt Desinteresse an der SWX und verfolgen inzwischen eigene Börsenpläne. Peter Nobel liess mehrere Anfragen unbeantwortet.

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