Durchgeführt wurden die Raketentests im Juni 2012. Just in jenem Monat hat die syrische Armee einen türkischen Kampfjet abgeschossen. Man musste damals befürchten, dass sich der syrische Bürgerkrieg auf das Nato-Land Türkei ausweitet.

Chantal Galladé, Präsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission (SIK) und SP-Nationalrätin, kritisiert, dass die Kommission nicht über die Raketen-Tests informiert wurde. Sie hält das Vorgehen der Militärs für heikel und politisch wenig sensibel.

SIK-Mitglied und SVP-Nationalrat Hans Fehr fordert, vorhandene Verträge auslaufen zu lassen und wenn schon solche Raketentests zukünftig in einem neutralen Land wie Schweden durchzuführen. Der ehemalige grüne Nationalrat und Armeekritiker Jo Lang verurteilt die Raketentests in der Türkei, da es sich um ein Land handle, welches die Kurden verfolge, nicht genehme Oppositionelle in Gefängnisse werfe und den Genozid an den Armeniern leugne.

Die für die Übung zuständige VBS-Abteilung Armasuisse verteidigt die Raketenabschüsse mit ihrem Auftrag, alle vier Jahre ein technisches Stinger-Munitionsüberwachungsschiessen durchführen zu müssen. Dass man die Türkei wählte, hat mit dem Spardruck zu tun: Laut Armasuisse war die Offerte mit dem türkischen Schiessplatz die klar günstigste.

Rund eine Million kostete die Übung am Schwarzen Meer. Dabei waren auch Angehörige vom Lehrverband Fliegerabwehr 33 der Luftwaffe und der Waffenschmiede Ruag. Abgeholt wurden die Stinger-Lenkwaffen in Emmen durch ein türkisches Transportflugzeug.

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