KURT-EMIL MERKI

Ein bisschen Paolo Conte, ein bisschen französisches Chanson, ein bisschen Salonmusik: Auf diese bekömmliche Rezeptur vertraut Gesellschaftstenor Leo Wundergut, der mit dem Lied «La Suisse: Zéro Point» zuerst die Schweizer Ausscheidung und danach den Eurovision Song Contest (ESC) gewinnen will.

Gestern Samstag, um 24 Uhr, lief die Anmeldefrist für das Schweizer Finale ab. Gerade noch rechtzeitig hatten sich Wundergut, der durch die Parodie «Kein Schwein steckt mich an» bekannt geworden ist, und seine Mitmusiker (etwa Thomas Moeckel und Eliana Burki) darauf besonnen, dass sie eigentlich an diesem Musikantenwettstreit mitmachen könnten.

Wundergut: «Im Angesicht des langjährigen Schweizer Elends entwickelte sich die Erkenntnis, dass wir erstens nichts zu verlieren haben und uns, zweitens, nur Selbstironie retten kann.» In der Tat: Die Lage der Schweiz ist verzweifelt. Wunderguts Lied gibt der Hoffnungslosigkeit hoffnungsfroh Ausdruck.

Sollte das Projekt Erfolg haben, muss sich Wundergut einer wegweisenden Frage stellen: Soll die schöne Burki mit auf die Bühne? Oder doch eher die reif-routinierte Lys Assia? «Wir werden wohl ein Casting veranstalten müssen», befürchtet der Tenor.

1970 war Katja Ebstein für Deutschland am ESC. Sie erreichte den dritten Rang. Ihr Lied: «Wunder gibt es immer wieder.»

http://www.eurovisionplattform.sf.tv/videos/la_suisse_zero_point

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