Avesco ist ein Währungsgewinner. Die Preisdifferenzen für Schuhe der Marke Caterpillar sind massiv – je nachdem, ob man sie im Online-Shop in der Schweiz oder in Deutschland kauft. Im Falle eines Arbeitsschuhs sind es gar 192 Prozent. Das Unternehmen bestätigt die massiven Preisunterschiede. Bei den Baumaschinen würden die Währungsvorteile jedoch an die Kunden weitergegeben.

Avesco ist eine Tochtergesellschaft der Ammann Group aus Langenthal BE. Im Verwaltungsrat der Avesco sitzt die Tochter von Bundesrat Johann Schneider-Ammann. Dessen Sprecher Christophe Hans sagt auf Anfrage, dass Schneider-Ammann nichts mit dem Unternehmen zu tun habe: «Ich habe dazu nichts zu sagen.» Der Ammann-Konzern bezeichnet es als polemisch, Schneider-Ammann mit dem Online-Shop in Verbindung zu bringen.

Derweil arbeitet das Departement von Schneider-Ammann mit Hochdruck an einem Massnahmenkatalog gegen den starken Franken, den er am Mittwoch seinen Bundesratskollegen vorlegen wird. Der Katalog besteht aus zwei Teilen, wie Recherchen zeigen. Zum einen will Schneider-Ammann etwas gegen die hohen Preise tun, zum anderen sucht er nach Lösungen, wie er die Exportindustrie und den Tourismus staatlich unterstützen kann.

Sein Parteikollege, Nationalrat Otto Ineichen, plädiert für Zustupfe an die Unternehmen aus der Arbeitslosenkasse. Schneider-Ammann erwartet aber auch, dass die Wirtschaft selbst etwas gegen die Folgen des hohen Frankens unternimmt. «Vielleicht muss man auch dort einmal ein Zeichen setzen und sagen: Wir lassen uns in diesem Land bezüglich der Importpreise von den internationalen Herstellern nicht alles bieten», sagte er an die Adresse der Detailhändler und formulierte damit eine implizite Einladung zum Boykott. Die Detailhändler, allen voran Migros und Coop, sollten überteuerte Markenprodukte aus dem Regal nehmen.

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