Bundesrat Johann Schneider-Ammann sagt in seinem ersten Interview als neuer Bildungsminister, wo er in Zukunft strategische Pfeiler setzen will: «Wir müssen zusätzliches Interesse an den naturwissenschaftlichen Disziplinen wecken.» Aufgabe der Bildungspolitik sei es, Fachkräfte bereitzustellen. Und genau hier weise die Schweiz heute Mängel vor, insbesondere bei den sogenannten Mint-Disziplinen: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technologie.

Das will Schneider-Ammann ändern. Sein Rezept: «Wir wollen sensibilisieren, aufklären, näherbringen. Schon bei den ganz Jungen, im Kindergarten, auch bei den Mädchen.» Man müsse zusätzliches Interesse an den naturwissenschaftlichen Disziplinen wecken, fordert der FDP-Bundesrat.

Ängsten, dass er als ehemaliger Unternehmer die Bildung zu nahe bei der Wirtschaft positionieren werde, schiebt er einen Riegel vor: «Diese Sorge hörte ich immer wieder. Und ich sage mit ganz gutem Gewissen: Sie ist völlig unbegründet.» Er sei ein überzeugter Verfechter einer freien Lehre. Es gebe bereits heute eine Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Hochschule. «Das ist nichts Unschickliches, geschieht im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit. Und um Jobs anbieten zu können.»

Schneider-Ammann dürfte mit seinen Forderungen bei der Industrie auf offene Ohren stossen, sucht die doch zunehmend gut ausgebildete Fachleute. So plant etwa der Industriekonzern Alstom im kommenden Jahr 300 neue Stellen für Ingenieure und Techniker zu schaffen, wie die grosse Job-Umfrage des «Sonntags» zeigt. Damit gehört Alstom zu den Firmen mit den meisten neuen Stellen. Ebenfalls viel vor hat die Post, die unter anderem in der Bankensparte Postfinance und beim Postautobetrieb neue Mitarbeiter anstellen will.

Auch der Bundesbetrieb SBB kündigt zusätzliche Stellen an. Er sucht vor allem Lokführer, Zugbegleiter und Personal für die Leitzentralen. Beide Unternehmen geben an, 300 Stellen zu schaffen.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!