VON FRANÇOIS SCHMID UND CHRISTOF MOSER

Melanie, du hast dich kürzlich beklagt, alle würden dir auf den «Ranzen» starren. Wo sollen wir hin-schauen?
Melanie Winiger: In die Augen! Das wäre doch mal ein guter Anfang, um sich kennen zu lernen. Ihr könnt mir auch auf die Brüste schauen, aber da gibt es einfach nicht viel zu sehen (lacht).

Alle warten auf dein zweites Kind.
Wenn auf mein Bauch gestarrt wird, sage ich: «Nein, ich bin nicht schwanger!» Dann ist es den Gaffern meistens peinlich. Bei den Gratiszeitungen ist aber ein absurder Kampf im Gang, wer meine Schwangerschaft als Erstes vermelden kann. Das nervt schon. Meine Managerin erhält wöchentlich Anfragen, ob es stimme, dass ich schwanger sei. Sie sagt dann jeweils: «Immer noch nicht.»

Der Kinderwunsch ist aber da?
Ja. Aber es kann in zwei, in fünf oder in zehn Jahren so weit sein. Bei mir tickt die biologische Uhr nicht so heftig, ich habe ja schon einen Sohn.

Du bist jetzt 30 und kannst dir vorstellen, dein zweites Kind erst in zehn Jahren zu bekommen?
Ja, wobei es schon wichtig ist, dass Eltern nicht zu alt sind. Meine Mutter ist jetzt 60. Ich könnte mir mein Leben ohne sie nicht vorstellen. Für mich wäre es eine Tragödie, wenn sie sterben würde. Sie ist meine beste Freundin.

Die Mutter als beste Freundin?
Klar. Ich gehe mit Mami in den Ausgang. Wir streiten wie die Blöden. Wir gehen zusammen ins Kino. Und ab und zu übernachte ich bei ihr.

War das immer schon so?
Nein, es gab auch andere Phasen. Mein Vater ist ebenfalls einer meiner besten Freunde. Zu ihm gehe ich, wenn ich Rat suche. Will ich mich ausheulen, gehe ich zu Mami. Sie streichelt mir über den Kopf und sagt: «Oh, your such a poor girl.» Das hilft (lacht).

Wann hast du dir das letzte Mal über den Kopf streicheln lassen?
Wann war das? (lange Pause) Mir geht es recht gut! Deshalb ist es schon länger her. Mit 30 kennt man sich besser. Viele prophezeiten mir: «Mit 30 gehts bergab!» Ich will aber nie wieder 20 sein. Ich hatte in diesem Alter eine Selbstfindungsphase nach der anderen. Ich war die ganze Zeit im Ausgang, weil ich mich nicht mit mir selber beschäftigen wollte. Heute fühle ich mich viel besser.

Dank der Familie?
Mein Mann hat einen super wichtigen Anteil daran, dass ich mich heute mit mir selbst wohl fühle. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich einen richtigen Mann an meiner Seite. Er lässt mich meine feminine Seite ausleben.

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