VON SACHA ERCOLANI

In der «glanz&gloria»-Sommerserie «Frey von Sinnen» zeigte sich Annina Frey (29) von ihrer experimentierfreudigen Seite: Die TV-Frau liess sich auf waghalsige Abenteuer mit Prominenten ein. Doch schon in der ersten Ausgabe vergangenen Montag sorgte die Moderatorin dabei mit einer lebensgefährlichen Mutprobe bei den Zuschauern für Kopfschütteln: Unter dem Titel «Mutprobe für Annina Frey» zeigte das People-Magazin des Schweizer Fernsehens in einem Beitrag, wie Annina mit dem Hochseil-Weltmeister Fredy Nock (45) im Zirkus Knie in zehn Metern Höhe ein dünnes Seil überquert: ungesichert!

«Das hätte in dieser Art nie gezeigt werden dürfen», sagt Daniel Menna, Sprecher von der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU). «Als prominente Person hat Frau Frey eine Vorbildfunktion. Der Beitrag des Schweizer Fernsehens vermittelt dem Zuschauer, es sei ganz einfach, in zehn Metern Höhe ungesichert über ein Seil zu laufen. Das ist fahrlässig, da hat sich die Moderatorin bei ihrer spontanen Entscheidung eindeutig zu wenig Gedanken gemacht.»

Und so kam es zum leichtsinnigen Manöver: Nachdem Annina mit Fredy Nock das Hochseil zuerst an einer Zirkus-Longe gesichert überquerte, geschah gemäss dem «glanz&gloria»-Beitragssprecher etwas, was «das Team so nie geplant hat und so auch nie vorgesehen war». Fredy Nock kam auf eine verrückte Idee: «Annina, wenn du jetzt ganz mutig wärst, dann machen wir die Longe weg», forderte Nock die unerfahrene Hobby-Artistin heraus. «Hast du das ernst gemeint?», fragte Annina ungläubig. «Ungesichert übers Hochseil?» Nach kurzem Zögern und ohne sich per Telefon mit dem Sendeleiter oder gar dem Team vor Ort abzusprechen, willigte Annina Frey ein. Sie löste die Sicherung und balancierte mit den Händen auf den Schultern von Nock in zehn Metern Höhe. Nicht auszudenken, was passiert wäre, falls Annina auf dem Seil ausgerutscht wäre – da hätte sie auch Fredy Nock nicht vor einem lebensgefährlichen Sturz retten können.

«Dass sie einfach ohne jegliche Rücksprache spontan mitmachte, finde ich verantwortungslos», so Daniel Menna weiter. Privat sei das etwas anderes. «Doch damit ging sie ein grosses Risiko ein.» Auch bei der Suva, der obligatorischen Unfallversicherung der Schweiz, hat man wenig Verständnis für die «Harakiri»-Aktion. Suva-Sprecher Erich Wiederkehr mahnt: «Solche Aktionen setzten beim Zuschauer falsche Signale und es könnte leicht Nachahmer geben. In der Freizeit ein Gang übers Hochseil in 10 Metern über Boden und ungesichert ist aus der Sicht der Suva und gemäss Unfallversicherungsgesetz (UVG Art. 39) als so genanntes Wagnis einzustufen. Bei einem Wagnis werden die Geldleistungen wie Taggelder und Renten bei einem Unfall um 50 Prozent gekürzt.»

Beim SF spielt man die Gefahr herunter: «Die Entscheidung, einige Schritte nur von Fredy Nock gesichert auf dem Seil zu gehen, fällte Annina spontan», bestätigt «glanz&gloria»-Leiter Martin Boner. «Nock versicherte uns, dass Annina zu keiner Zeit gefährdet war.»

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