VON NADJA PASTEGA

Die Zürcher Regierungsrätin Regine Aeppli hat sich mit einem Schreiben an das Hauptopfer, den 46-jährigen Versicherungskaufmann Wolfgang O., gewandt. Der Brief sei Anfang Woche verschickt worden, sagt Enrico Violi von der Bildungsdirektion des Kantons Zürich. «Darin gibt Regierungsrätin Aeppli gegenüber dem Opfer ihrem Mitgefühl Ausdruck», so Violi weiter.

Die Zürcher Schläger hatten den Geschäftsmann bewusstlos geprügelt. Gestern kamen weitere Grausamkeiten ans Licht: Die Schüler gingen noch viel brutaler vor als bisher bekannt. Auch der Behinderte, den sie aus Spass niederschlugen, überlebte den Angriff nur knapp, wie der Münchner Staatsanwalt Laurent Lafleur dem Nachrichtenmagazin «Focus» sagte.

Einer der Angreifer schlug den halbseitig gelähmten Mazedonier bewusstlos und trat dann mit Anlauf und voller Wucht gegen seinen Kopf, der schlaff über die Lehne einer Parkbank hing. «Man kann von Glück reden, dass dem Mann nicht das Genick gebrochen wurde und er nicht starb», sagte Lafleur. Anschliessend verprügelten die Schüler noch zwei Landsleute des Mazedoniers, traten den Familienvater Wolfgang O. fast tot und verletzten einen Studenten mit Faustschlägen.

Jetzt wird bekannt: Nach dem Gewaltexzess wird die Weiterbildungs- und Berufswahlschule in Küsnacht, wo die Schläger ein zehntes Schuljahr absolvierten, mit Drohungen eingedeckt. Schulpräsident, Schulleiter und Lehrer hätten letzte Woche «zahlreiche Drohbriefe» aus der Bevölkerung bekommen, zum Teil anonym, sagt ein Mitglied der Schulpflege.

Der Inhalt sei «absolut grauenhaft». Die Briefe und E-Mails seien vernichtet worden. «Man muss sich für die Schweizer schämen.» Max Heberlein, Präsident der Schulpflege, bestätigt: «Es handelt sich um Rundumschläge», sagt Heberlein. Er habe selbst solche Schreiben bekommen. Auch Schulleiter und Lehrer seien verbal attackiert worden. «Das ist schwierig zu verkraften.»

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