Seit ihrer Gründung im Jahr 1993 war die «Arena» des Schweizer Fernsehens stets die klar meistgesehene Polit-Diskussionssendung im Land. Der Höhepunkt wurde im Jahr 2008 erreicht: Damals schauten 810 000 Personen die «Arena» zum Thema Einbürgerungen mit den Gästen Christoph Blocher und Eveline Widmer-Schlumpf.

Die neusten Zahlen, welche das SRF auf Anfrage der «Schweiz am Sonntag» herausgegeben hat, zeigen nun aber: Erstmals sank die durchschnittliche Zuschauerzahl in den Monaten Januar bis März dieses Jahres unter die Marke von 200 000. Noch 195 000 Zuschauer sassen im Schnitt vor dem Fernseher (Marktanteil 19,4 Prozent), wenn die Politsendung am Freitagabend lief. In der Vorjahresperiode waren es 212 000 gewesen (Marktanteil 19,8 Prozent).

Demgegenüber konnte der «SonnTalk», die Diskussionssendung von TeleZüri, die Zuschauerzahl massiv steigern: Laut Angaben des Senders schauten in den ersten beiden Monaten 2013 durchschnittlich 185 000 Personen zu, wenn drei Gäste unter der Leitung von Moderator Markus Gilli diskutierten (die März-Zahlen sind noch nicht vollständig vorhanden). Somit liegen die öffentlich-rechtliche «Arena» und der private «SonnTalk» praktisch gleichauf.

Der «SonnTalk» hatte im Jahresdurchschnitt 2012 noch knapp 140 000 Zuschauer erreicht; der Sprung auf nunmehr 185 000 kam vor allem dadurch zustande, dass die Sendung inzwischen auch von Tele M1 (Aargau/Solothurn) und TeleBärn ausgestrahlt wird. TeleZüri, Tele M1 und TeleBärn gehören wie die «Schweiz am Sonntag» zu den AZ Medien.

Die Methode zur Erhebung der Zuschauerzahlen wurde Anfang 2013 geändert und soll die Quoten nun verlässlicher machen. Der Streit darüber ist aber noch nicht beigelegt: Einzelne Regionalsender wie das Ostschweizer TVO wollen die Verträge mit der Quotenmessfirma Mediapulse kündigen, weil die neue Erhebungsmethode sich für kleine Sendegebiete nicht eigne.

Das Schweizer Fernsehen profitiert übers Ganze tendenziell von der neuen Methode, während die deutschen Privatsender in der Schweiz wie RTL und Sat.1 tiefer liegen – ebenso der Schweizer Privatsender 3+. Letzterer droht mit rechtlichen Schritten.

Beim SRF fällt allerdings auf, dass die relevanten Informationsformate wie «Tagesschau», «10 vor 10» und «Rundschau» zum Teil massiv Zuschauer verloren haben. Leicht zugelegt hat hingegen der Talk von Roger Schawinski: Er erreichte von Januar bis März durchschnittlich 143 000 Zuschauer, verglichen mit 132 000 in der Vorjahresperiode. (SAS)

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!