Orascom spürt die Auswirkungen der politischen Unruhen. «Mit Ausbruch der Krise in Ägypten haben die Reiseveranstalter und Airlines ihre Flugkontingente auf andere Orte umgebucht – und dieser Zustand wird sich nicht über Nacht korrigieren», sagt ein Orascom-Sprecher. In der Ferienstadt El Gouna liege die Auslastung zurzeit nur bei etwas mehr als 50 Prozent. Orascom geht davon aus, dass die Krise in den arabischen Ländern die Hoteleinnahmen auf Jahressicht um rund 30 Prozent verringern dürfte. Seit Beginn der Revolutionen befindet sich die Aktie im Sinkflug.

Auch den Reiseveranstaltern machten die politischen Revolutionen einen Strich durch die Rechnung. Sie mussten zahlreiche Charterflüge annullieren und Kunden überzeugen, stattdessen an einen anderen Ferienort zu fliegen wie zum Beispiel auf die Kanaren oder die griechischen Inseln.

Buchungen für diese Regionen liegen nun zum Teil im zweistelligen Plusbereich. Nach Ägypten hat Kuoni die Flugkapazitäten bis in den Sommer hingegen um 50 Prozent reduziert.

Trotzdem will man die bei Schweizern beliebten Ferienziele wie Ägypten und Tunesien nicht aufgeben. Im Gegenteil: Hotelplan, Kuoni und TUI lancieren nun Nordafrika-Reisen zu Schnäppchenpreisen. Ferien in Djerba, Enfidha oder Scharm el-Scheich werden somit bis zu 40 Prozent günstiger. Hotelplan legte diese Woche Hunderttausende von Spezialbroschüren für Tunesien dem «Migros-Magazin» bei, steckte sie in Briefkästen und warb für sie in Reisebüros und Denner-Filialen. «Kommende Woche machen wir dasselbe für Ägypten», sagt Hotelplan-Sprecherin Prisca Huguenin. Die Reisebüros bestätigen, mit den Hotels Nachverhandlungen geführt zu haben, um Preisnachlässe zu erreichen. Zudem habe das tunesische Verkehrsbüro die Preissenkungen finanziell unterstützt, heisst es bei Hotelplan.

«Die Touristen fehlen hier zurzeit sichtlich», sagt Stephanie Hugentobler von der Reiseagentur AHA Djerba in Tunesien. «Auch viele deutsche Charterflüge wurden abgesagt.» Umso mehr lohne sich eine Reise, da man als Gast nun viel mehr Aufmerksamkeit geniesse. Bei Hotelplan scheint die Offensive bereits zu fruchten: «Unsere Charterflüge nach Ägypten und Tunesien sind für Ostern bereits ausgebucht», sagt Prisca Huguenin. Und auch bei Kuoni gibt es für Ostern nach Ägypten nicht mehr viele freie Plätze.

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