«Es gibt viele Jugendliche, die losziehen und einfach sinnlos auf Wehrlose einprügeln», ärgert sich Luca Ruch. «In der Schweiz gehen wir meiner Meinung nach vergleichsweise viel zu harmlos mit solch feigen Tätern um. Ich bin für nachhaltig harte Strafen und möchte in meinem Amtsjahr die Öffentlichkeit zu diesem Thema sensibilisieren.» Egal in welcher Form, Gewalt sei absolut inakzeptabel und müsse «konsequent bekämpft werden».

Der schöne Ostschweizer weiss, wovon er spricht, denn als 14-Jähriger wurde er selbst Opfer von sinnloser Gewalt: «Ein Wildfremder schlug mir mit einem Schlagring seine Faust ins Gesicht.» Darum verforme sich beim Lachen seine Oberlippe und das innere Gewebe drücke sich leicht über die Schaufelzähne.

Die hinterlistige Attacke geschah in einer warmen Sommernacht an einer Busshaltestelle in Frauenfeld TG. «Ein Auto hielt an. Der Beifahrer stieg aus und fragte mich und meine Kollegen, wo denn die nächste Notfallaufnahme sei», schildert der Mister Schweiz. «Wir konnten nicht weiterhelfen. Da sagte der damals etwa 20-jährige Fremde: ‹Jetzt wisst ihr es!›, schlug mir sofort mit voller Wucht seine Faust ins Gesicht, stieg ins Auto und floh.» Blutüberströmt torkelte Luca Ruch in die Arme seiner Kollegen. Diese organisierten ein Taxi und fuhren mit ihm direkt ins Spital. Dort wurde Ruch mit sieben Stichen genäht.

«Wenn ich daran zurückdenke, schaudert es mich noch immer», so Luca Ruch. Ein Trauma oder Ängste habe er deshalb keine, «ich kann einfach noch immer nicht nachvollziehen, wie man grundlos auf Fremde einprügeln kann. Kommt dazu, dass ich viel jünger und absolut wehrlos war.» Je nach Schlag und Fall könne «eine solch primitive Attacke» ja gar tödlich enden. Am liebsten würde er den Mann einmal treffen, ihm in die Augen schauen und mit ihm darüber reden. «Aber trotz Anzeige hat man den Täter nie gefunden.»

Geprägt hat Luca Ruch die Geschichte aber auf jeden Fall. «Ich hatte ja noch Glück, doch es gibt viele Opfer, die ihr Leben lang physisch oder psychisch unter solchen Attacken leiden», sagt der Schönheitskönig. «Als Mister habe ich die Möglichkeit, auf solche Missstände aufmerksam zu machen – und das werde ich auch tun.»

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!