Wie den Statistiken zu entnehmen ist, hält die Nationalbank rund 2 Prozent ihrer Devisenreserven in so genannten «übrigen Anleihen». Darunter fallen Investments in Obligationen, die mit einem Rating schlechter als «A» benotet sind. Griechische Staatsanleihen sind derzeit mit «CCC» bewertet. Die tiefste Benotung ist «D», was für Default beziehungsweise Konkurs steht.

Zu einem Default kommt es, wenn die Rückzahlungsfristen verlängert werden oder die Schuldner auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Politiker warnen vor einem solchen Ereignis, da dies einen Dominoeffekt auslösen könnte. Nationalbank-Vize Thomas Jordan sagt im Interview, dass ein Übergreifen der Eurokrise auf grössere Staaten schlimme Folgen für die Schweiz hätte.

«Das wäre tatsächlich gravierend, weil es dann zur Erschütterung der internationalen Finanzmärkte und zu einer Destabilisierung des internationalen Bankensystems kommen könnte», sagt Jordan. Der Nationalbanker ist überzeugt, dass «die europäischen Institutionen geeignete Massnahmen treffen werden, die eine Eskalation der Krise verhindern».

Morgen Abend kommen die Finanzminister der Eurozone in Luxemburg zu einem Krisentreffen zusammen. Sie sollen ein neues Hilfspaket von bis zu 120 Milliarden Euro beschliessen. Über den Internationalen Währungsfonds zahlte die Schweiz bis jetzt 198 Millionen Franken an die Rettung Griechenlands.

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