Die Migros führt zurzeit ein Pilotprojekt durch mit dem Ziel, die Anzahl Artikel um zehn Prozent zu senken. Zwischen 30000 und 40000 Artikel stehen in einem grossen Migros-Supermarkt in den Regalen. Das sind zu viel, so der Befund. Gemäss «Sonntag»-Recherchen lässt die Detailhändlerin zurzeit mithilfe von externen Beratern ihr Sortiment durchleuchten, um die «Renner» und die «Penner» in den Regalen ausfindig zu machen. So werden in der Branche die erfolgreichen und weniger erfolgreichen Produkte salopp genannt.

Um ganze 10 Prozent soll das Angebot verkleinert werden. Das bedeutet für die grossen Supermärkte eine Reduktion um 3000 bis 4000 Artikel. Das Projekt ist geheim, auch die wichtigsten Lieferanten wissen nichts davon. Sie wären als Erste betroffen, da der Innovationsdruck im Kampf um den Platz im Regal für sie weiter steigen wird.

In 50 grösseren und kleineren Filialen in der Schweiz wird diese Sortimentsreduktion zurzeit getestet und anhand einer Software analysiert, welche auch beim führenden britischen Detailhandelsunternehmen Tesco angewandt wird. «Wir diskutieren schon seit sieben, acht Jahren über eine Sortimentsverkleinerung», sagt ein ranghoher Migros-Vertreter. In grösseren Geschäften habe man heute zum Teil rund 17 Marken Mineralwasser in 35 Formaten. Auch die Kosmetik-Regale gälten als übersättigt. «So viele verschiedene Produkte braucht es einfach nicht.»

Migros-Sprecher Urs-Peter Naef bestätigt die Pläne: «Wir wollen das Sortiment verschlanken und massschneidern.» Umfragen hätten gezeigt, dass die Kunden oft zu lange nach dem gewünschten Artikel suchen müssten. Bis Mitte Jahr werde das Pilotprojekt abgeschlossen.

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