VON PETER BURKHARDT

Die blaue Potenzpille Viagra hat bald einen harten Konkurrenten: Die grösste Schweizer Generikaherstellerin Mepha mit Sitz im basel-landschaftlichen Aesch will eine günstigere Version des Medikaments auf den Markt bringen. «Wir sind daran, ein Viagra-Generikum zu entwickeln», bestätigt Mepha-Chef Andreas Bosshard, «und wir werden es selber am Standort Aesch produzieren.»

2013 läuft in der Schweiz und in den meisten EU-Ländern das Patent des Originalherstellers Pfizer – des weltgrössten Pharmaunternehmens – aus. Ab dann dürfen günstigere Nachahmerprodukte mit dem Viagra-Wirkstoff Sildenafil verkauft werden. Nach den heute geltenden Regeln des Bundesamtes für Gesundheit muss das Generikum mindestens 40 Prozent günstiger sein als das Original.

Wie Pfizer wird Mepha das Präparat in Tablettenform anbieten. Die Dosierung ist ebenfalls gleich. Hingegen verzichten die Baselbieter darauf, das stechende Blau der Originalpille zu imitieren. Welche Farbe das Generikum aus Aesch haben wird, will Mepha-Chef Andreas Bosshard noch nicht verraten.

Auch andere grosse Generikahersteller sind daran, ein Billig-Viagra zu entwickeln. Darunter sind die deutsche Ratiopharm und der weltgrösste Generikaproduzent Teva, der unweit des Mepha-Sitzes in Aesch eine Schweizer Niederlassung betreibt. «Ein entsprechendes Produkt ist in der Pipeline», bestätigt Christoph Stoller, Geschäftsführer von Teva Schweiz. Die Kopie werde gleich oder ähnlich aussehen wie das Original. «Man kann davon ausgehen, dass wir mit einer blauen Tablette kommen werden.»

Die Konkurrenten wie beispielsweise die Novartis-Tochter Sandoz und die französische Sanofi-Aventis geben sich noch bedeckt. Branchenbeobachter gehen jedoch davon aus, dass sie bei der Entwicklung eines Viagra-Imitats nicht abseitsstehen werden. Denn üblicherweise haben sie ebenfalls sämtliche grossen Präparate in ihrem Angebot.

Sandoz-Sprecherin Claudia Schaufelberger bestätigt: «An allen grossen Patentabläufen wird geforscht.» Viagra verhilft männlichen Patienten mit Potenzstörungen zu einer Erektion. Das Original des US-amerikanischen Konzerns Pfizer ist seit 1998 auf dem Markt. 2008 nahm Pfizer über weltweite Viagra-Verkäufe 1,93 Milliarden Dollar ein. In der Schweiz belief sich der Umsatz mit der Pille auf knapp 14 Millionen Franken.

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