Der Rummel um Luca Hänni stellt das Leben seiner Familie auf den Kopf. Täglich erhalten die Eltern des Schweizer Sängers von «Deutschland sucht den Superstar» («DSDS») Medienanfragen, Massen von Fanpost und Anrufe von Anhängern – das sei ein Job, der die ganze Familie einspanne. «Wir unterstützen Luca, wo wir können, und stehen hinter ihm», sagt seine Mutter.

Wegen «DSDS» musste Luca vor ein paar Wochen quasi von heute auf morgen sein «Nest» verlassen. Darauf seien sie nicht vorbereitet gewesen. Überhaupt sei das Showgeschäft Neuland für die Familie, erzählt Marianne Schmid. Da stossen sie manchmal an ihre Grenzen. Zum Beispiel dann, wenn Groupies über Fanseiten und Facebook Hasstiraden gegen Lucas Freundin Tamara verbreiten. Die beiden halten aber zusammen, auch wenn ihre Beziehung zurzeit auf die Probe gestellt werde. «Wer in diesem Business mitmischt, muss sich jedenfalls eine dicke Haut zulegen», sagt Stiefvater Peter Schmid.

Zum Prüfstein wird auch Lucas finanzieller Erfolg. Bisher hat er mit Ausnahme von Unkostenbeiträgen nichts verdient. Sobald das Finanzielle aber zum Thema wird, werden die Eltern gemeinsam mit Luca einen Budgetplan erstellen. «Wir halten sicher einen Finger drauf. Luca ist ja noch minderjährig», sagt Peter Schmid. Man erlebe oft genug, dass Leute sich in Schulden stürzen, wenn sie schnell zu viel Geld kommen.

Davor möchten die Eltern Luca bewahren. Angst haben sie aber nicht: «Bisher ging er immer vernünftig mit Geld um. Auch wenn ihm die Musik grosse Einnahmen bescheren sollte, das Geld wird ihm kaum zu Kopf steigen.»

Trotz seiner erst 17 Jahre wirkt Mädchenschwarm Luca Hänni sehr geerdet. Diese Bodenständigkeit gefällt sogar Juror und Oberkritiker Dieter Bohlen, der mit dem Berner sympathisiert. Dass Luca wegen des Erfolgs abheben könnte, glauben seine Eltern nicht: «Wir haben mit unserer Erziehung gute Vorarbeit geleistet und ihm wichtige Werte mit auf den Weg gegeben.» Ehrlichkeit, Respekt, Toleranz und Bescheidenheit haben sie ihm vorgelebt. Bei Schmids und Hännis pflegt man zudem eine ausgeprägte Gesprächskultur. Probleme und Sorgen bespreche man im Familienrat und suche gemeinsam nach Lösungen.

Der Zusammenhalt steht in Lucas Patchwork-Familie an oberster Stelle. «Peter und ich haben bereits eine Scheidung hinter uns, deshalb tragen wir zu unserer Familie Sorge.» Aufgewachsen ist Luca mit Mutter Marianne, Stiefvater Peter, seiner Schwester Annina und den Stiefbrüdern Cyril und Sandro im bernerischen Uetendorf. «Zu Lucas leiblichem Vater pflegen wir alle ein gutes Verhältnis», erzählt Peter Schmid.

Seine Leidenschaft für Musik teilt er mit seiner Familie. Im Hause Schmid kann man den Instrumenten kaum aus dem Weg gehen, entsprechend laut geht es zu und her. «Wir sind alle musikalisch, doch zum Musizieren verpflichtet haben wir die Kinder nie», sagt Mutter Marianne. Luca habe sich oft ins Musikzimmer zurückgezogen und dort am Schlagzeug oder am Klavier geprobt und getüftelt. Er sei ein sensibles Kind gewesen, das sich gerne im Familienkreis aufgehalten habe, erinnert sie sich. «Wenn ich ihn im Fernsehen auftreten sehe, kann ich manchmal kaum glauben, dass das mein Sohn ist. Als Kind spielte er nie den Showman.»

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