VON PATRIK MÜLLER UND OTHMAR VON MATT

Eine Aussage von Christoph Blocher in der Libyen-Affäre sorgt für Wirbel. Der SVP-Vizepräsident sagte: «Man darf grundsätzlich nie Lösegeld zahlen.» Aber in früheren Fällen, bei denen Geiseln freikamen, «hat dann irgendein anderer trotzdem gezahlt», so Blocher.

Und weiter: «ABB könnte vielleicht etwas machen, es sind ja ihre Leute. Sie müsste etwas machen.» Eine der beiden Geiseln, Max Göldi, ist ABB-Länderchef in Libyen. ABB-CEO Joe Hogan appellierte vorgestern an die Regierungen Libyens und der Schweiz, eine Lösung zu finden.

Der frühere Justizminister machte diese Aussagen früher auf Teleblocher, lange bevor am Freitag die Zeitung «La Liberté» schrieb, dass Libyen pro Geisel 25 Millionen Franken Lösegeld fordere. Die Meldung ist nach wie vor nicht bestätigt, das Aussendepartement (EDA) äussert sich nicht dazu. ABB selber sagt zum Lösegeld einzig, die Frage sei «hypothetisch». Man beschäftige sich dann mit dem Thema, «wenn es an uns herangetragen wird».

Die beiden Schweizer sind seit nunmehr 37 Tagen spurlos verschwunden. Der Bundesrat hat den Tonfall gegenüber Libyen deshalb verschärft und spricht jetzt auch von «Geiseln». Treibende Kraft hinter der härteren Sprachregelung und Gangart ist SP-Bundesrat Moritz Leuenberger, wie Recherchen zeigen.

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Foto: Susi Bodmer