VON KURT-EMIL MERKI UND SACHA ERCOLANI

Sie kennen das Matterhorn nicht. Und sie verwechseln gern das Bundeshaus mit einer nicht existierenden Kirche am Zürcher Helvetiaplatz. Eines aber weiss eine junge Frau, die Miss Schweiz werden will, ganz gewiss: Wie man lächelt, wie man über den Laufsteg stöckelt und wie man sich in der Abendrobe bewegt.

Am eindrücklichsten gestöckelt und am charmantesten gelächelt haben am Samstagabend Linda Fäh, Tamina Schneider undTabea Schulthess. Diese drei Frauen, alle aus der Deutschschweiz, qualifizierten sich in der Arena Genf nach drei Ausscheidungsstufen fürs Finale.

Nach einem ersten Präsentationsdurchgang in einem Outfit, das so etwas wie pornochic verströmte, nach einer Bikiniparade und nach einem Auftritt im Abendkleid standen um 22.07 Uhr die drei Finalistinnen fest. Dritte wurde schliesslich Tamina Schneider, Zweite Tabea Schulthess. In den Vorrunden hatten die Zuschauer und die Jury je zur Hälfte für die Entscheidungen gesorgt.

Im Finale kamen ausschliesslich die Zuschauer per Telefon zum Zug. SF-Sportreporter Sascha Ruefer war der prominenteste abwesende Juror; anwesende Jurymitglieder waren: Nik Niethammer, Chefredaktor der «Schweizer Illustrierten» (SI), die Ex-Missen Amanda Ammann und Christa Rigozzi sowie zwei in der Deutschschweiz weitgehend unbekannte TSR-Moderatoren.

Lina-Paule Latte, Michelle Morand, Valentina Parente und Marion Stutz mussten als erste das Feld räumen. Zuvor schon war Jennifer Burri zur Miss Photogenic und Carmen Hediger zur Miss Amitié gewählt worden.

Lustig war Stargast Stress. Er wollte partout nicht über den Inhalt des von ihm performten Songs reden, der das schwierige Zusammenleben von Mann und Frau zum Inhalt hat. Weil: «Meine Frau hockt in der ersten Reihe.» Diese Frau, Melanie Winiger, nahms mit einem Lächeln. Sven Epiney wagte einen kessen Spruch. Zur Haarpracht einer Kandidatin merkte er an: «Bis vor churzem isch die Mähne sogar bis zum Füdli gange.»

Zum letzten Mal herzig: Die abtretende Miss Schweiz Whitney Toyloy. Sie war vor einem Jahr mit wenig Kredit in ihr Regentschaftsjahr gestartet, schöpfte diesen aber vollumfänglich aus. Sie gewann im laufe der letzten zwölf Monate an Statur, wurde zu einer überzeugenden Persönlichkeit. Klar, dass sie beim Abschied ein paar Tränen wegwischen musste.

Foto: Valentin Flauraud - Reuters