VON SACHA ERCOLANI

Wie brutal das US-Filmgeschäft sein kann, mussten auch schon die Ex-Missen Melanie Winiger (32) und Nadine Vinzens (27) am eigenen Leib erfahren: Ohne je in einem Kinofilm mitgewirkt zu haben und sämtliche Ersparnisse aufgebraucht, kehrten die Schönheiten aus der Filmmetropole Los Angeles zurück. Um sich in Amerika über Wasser zu halten, posierte Vinzens zuletzt gar nackt für das US-Softporno-Magazin «Girls Gone Wild».

Auch Winiger, die damals sagte, «ich träume vom Oscar», war bei ihrer Rückkehr vor sechs Jahren finanziell stark angeschlagen und musste anfangs wegen Geldnot mit ihrem Sohn Noël (9) vorübergehend bei Missen-Mami Karina Berger (42) wohnen. Nun droht Lauriane Gilliéron das gleiche Schicksal, denn schon knapp drei Jahre lebt sie von ihren Ersparnissen aus dem Missen-Jahr. Mehr als 470000 Franken verdiente die ehemalige Schönheitskönigin 2005. Doch das Leben in Los Angeles kostet viel Geld: Wohnungsmiete, teure Lektionen bei der renommierten Lee-Strasberg-Schauspielschule und der sonstige Lebensunterhalt – all dies nagt am Portemonnaie der Westschweizerin.

Lauriane Gilliéron hat nicht nur Geld, sondern auch viel Hoffnung und Zeit in ihren Leinwand-Traum investiert. Die Ausbeute ist bisher jedoch sehr mager: Nur bei kleineren Gastrollen in US-Serien durfte die Singlefrau bisher ihr Talent beweisen. Die Bezahlung dafür war mit nur wenigen hundert Franken sehr schlecht. Noch hat Gilliéron ein finanzielles Polster, um ihren Traum weiterzuleben. Wenn aber nicht bald ein Filmproduzent oder Regisseur der attraktiven Blondine eine Rolle gibt, fängt auch bei Gilliéron der Hollywood-Albtraum an.

In der Schweiz hätte es Lauriane Gilliéron einiges einfacher, zumal sie für Modeshows, Foto- und Repräsentationsjobs noch immer Tagesgagen von über 2500 Franken angeboten bekommt. Vor allem aus der Westschweiz kommen auch viele Jahre nach ihrem Missen-Jahr noch immer viele Jobangebote. Auf Anfrage wollte Gilliéron nicht verraten, wie lange sie noch in Los Angeles bleiben will und wie es um ihre Ersparnisse steht. «Es ist schon hart und man muss viel Geduld aufbringen», sagte sie erst vor kurzem in einem Interview.

Schweizer Schauspieler wie Daniel Bernhardt (46, «The Matrix Reloaded») oder Yangzom Brauen (30), die in der US-Filmstadt Los Angeles erfolgreich arbeiten, sind an einer Hand abzuzählen – und sie können bestätigen: «Das Geschäft ist härter als irgendwo anders, denn die Konkurrenz ist enorm. Die Menschen kommen von der ganzen Welt nach L.A., um ihren Traum zu verfolgen», sagt Buchautorin und Schauspielerin Yangzom Brauen. «Ich habe schon viele gesehen, die gescheitert sind.»

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