Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) stösst sich an Energy-Shots. Die kleinen Fläschchen mit hohem Koffeingehalt sind ihr ein Dorn im Auge. «Wir werden bei den Verordnungen zum neuen Lebensmittelgesetz ein Werbeverbot für Energy-Shots fordern. Die gesundheitlichen Gefahren der Shots sind höher als jene der Energy-Drinks», sagt Josiane Walpen von der SKS.

«Qualitativ sind Energy-Drinks und Energy-Shots etwa das Gleiche», sagt Hugo Kupferschmidt, Direktor des Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrums. Das Risiko sei allerdings auf ein kleineres Volumen verteilt. Kinder könnten Gefahr laufen, durch den geringeren Inhalt mehr zu konsumieren, als sie es bei den Energy-Drinks täten.

Grundsätzlich reagiere aber der Körper von Halbwüchsigen nicht empfindlicher auf Koffein als der von Erwachsenen. Auch ein eigentlicher Suchtmacher seien die Shots nicht. «Man kann vielleicht von leichter Abhängigkeit sprechen.» Diese habe aber auch viel mit Gewohnheiten zu tun und sei nicht vergleichbar etwa mit Nikotin. Schliesslich bringe ein Shot auch nicht jedem den erwünschten Effekt: «Das Koffein wirkt stimulierend auf Nervenzellen.» Je nach Person könne statt einer aufputschenden Wirkung auch eine bremsende Wirkung eintreten. Dann bringt der Shot keine Energie, sondern müde Gesichter.

Die deutsche Organisation Foodwatch fordert ein Verbot von Energy- Shots. Die koffeinhaltigen Minidrinks seien gefährlich und könnten zu Herzrhythmusstörungen und Krampfanfällen führen. Bereits bei der Lancierung wollte auch die Stiftung für Konsumentenschutz ein Werbeverbot. Die Forderung wurde abgelehnt. «Nicht verständlich», wie Walpen sagt.

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