VON SACHA ERCOLANI

In ihren ersten Amtswochen musste Kerstin Cook (21) heftige Kritik einstecken – vor allem die Journalistinnen des «Blicks» schossen scharf gegen die Miss Schweiz. Beinahe täglich wurde die Krienserin mit «Miss Biolüge» oder «Miss Bschiss» betitelt und musste einiges über sich ergehen lassen. Sie solle gar die Krone zurückgeben und zurücktreten, fordert der «Blick am Abend».

«Solche Schlagzeilen tun schon weh», gesteht Kerstin Cook. «Ich habe keine Probleme mit sachlicher Kritik. Doch auch nachdem alles erklärt war, ging die Polemik weiter.»

Christoph Locher, seit 17 Jahren Chef und Inhaber der Miss-Schweiz-Organisation, wundert sich ebenfalls über den Kurs der Ringier-Blätter: «Noch nie wurde auf eine neu gewählte Miss Schweiz so gnadenlos eingedroschen wie jetzt von ‹Blick Online› und ‹Blick am Abend›», sagt Locher.

Das Ganze gleiche einer Hetzkampagne und sei nicht nachvollziehbar. «Dabei war ihr einziges Vergehen, dass sie, da englischer Muttersprache, nicht realisiert hatte, dass ‹Student› auf Englisch etwas anderes bedeutet als auf Deutsch», nimmt Locher seine Miss in Schutz.

Trotz der Boulevardkampagne scheint Kerstin Cook beim breiten Publikum hervorragend anzukommen. Auf Online-Portalen ist sie beliebter als ihre Vorgängerinnen.

«Seit ihrer Wahl ist Kerstin der Dauerbrenner schlechthin», sagt David Biedert (30) von Tilllate. Auf dem erfolgreichsten Schweizer Party-Portal «tilllate.com» wird die schöne Innerschweizerin von den Usern angeklickt wie wild: «Seit dem Unterwäsche-Fotoshooting mit Beldona wurden ihre Bilder schon mehr als 320000 Mal angeklickt.»

Im Vergleich mit den Jahren zuvor seien diese Zahlen absoluter Rekord. Nicht einmal die beliebten Missen wie Christa Rigozzi (rund 63000 Zugriffe), Linda Fäh (175000) oder Lauriane Gilliéron (70000) können Kerstin die Klick-Krone streitig machen.

«Das ist ein riesiger Aufsteller und motiviert mich sehr», sagt Cook zu diesen Zahlen. Rückendeckung erhält sie auch von ihren Sponsoren: Vögele Shoes, Nivea, Lancia und Beldona sind begeistert von Kerstin Cook – überall findet man die anhaltenden «Blick»-Negativschlagzeilen müssig. «Wir haben bisher zwei Autogrammstunden mit Kerstin durchgeführt und waren sehr zufrieden mit dem Zulauf.

Am Vögele-Shoes-Hauptsitz in Uznach wollten rund 1000 Besucher ein Autogramm von der neuen Miss Schweiz. Damit steht Kerstin Cook Ex-Miss-Schweiz Linda Fäh in nichts nach», freut sich Marco Greco, Leiter Marketing Services Vögele Shoes. Und Missen-Boss Christoph Locher prophezeit: «Wir sind sehr zufrieden mit Kerstins Start. Wenn es so weitergeht, wird sie am Ende ihres Amtsjahres zu den bestverdienenden Missen gehören.»

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