Es ist eine einfache Frage, die bei der Beratungsfirma Klaus-Metzler-Eckmann für überraschend grosse Aufregung sorgt. «Ich bitte Sie um Verständnis, dass ich nicht darauf eingehe», schreibt Ruth Metzler. Und der leitende Partner Hans Klaus bezichtigt den «Sonntag» der «subversiven Fragestellung».

Die Frage an die alt Bundesrätin lautete: Wie viele Mandate haben Sie aus der Politik? Nach einer längeren Diskussion rückt Klaus gestern mit der Antwort heraus: kein einziges Mandat. Damit bestätigt sich eine Beobachtung, die unter Politikberatern zu Beginn des Wahlherbstes längst die Runde macht: So begehrt, wie sich die drei Geschäftspartner in der Branchenzeitschrift «Persönlich» machten, sind sie nicht – zumindest nicht in der Politik. «Wir wurden effektiv etwas überrannt von der Zahl und den vielen konkreten Anfragen», liess sich Klaus im Juli zitieren.

Metzler selbst platzierte einen Werbespot: «Selbstverständlich wäre es für uns auch spannend, eine Regierung oder Verwaltungseinheiten zum Beispiel in strategischen, politischen oder strukturellen Fragen zu beraten, oder sogar einen Regierungsratskandidaten in seinem Wahlkampf zu coachen.»

Das war Wunschdenken, wie sich bisher zeigt. In der schriftlichen Stellungnahme gesteht Metzler ein, dass sie in ihrer Tätigkeit als VR-Präsidentin der Organisation für die Aussenwirtschaftsförderung (Osec) nicht eingeschränkt wäre. Öffentlich bekannt wurde seither aber einzig ihre Wahl zur Vizepräsidentin des neuen kantonalen Spitalverbunds im Kanton Appenzell-Ausserrhoden.

Laut Klaus hat Metzler «ein wenig mehr als eine Handvoll Mandate» aus anderen Bereichen, will diese aber nicht nennen. «Unser Credo ist, dass der Berater im Hintergrund wirkt», schreibt Metzler. Die Firma sei aber «wunschgemäss angelaufen, oder vielmehr: weit besser als im ersten Halbjahr erwartet». Die Nachfrage, von welcher Basis die Erwartungshaltung ausging, wird als unangebracht angesehen und nicht beantwortet. Dafür will Klaus festgehalten haben, dass die Firma insgesamt «völlig ausgelastet» sei.

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