VON NADJA PASTEGA

Jugendkriminalität, Gewalt im Ausgang und Integrationsprobleme: Jetzt gehen Jungpolitiker mit diesen Themen auf Stimmenfang für die Ausschaffungsinitiative. Der St.Galler SVP-Nationalrat Lukas Reimann (28) hat auf der Internet-Plattform Facebook ein «Jugendkomitee» gegründet, um junge Wähler zu mobilisieren. «Die Jungen sind von der Ausländerkriminalität am meisten betroffen. Sie machen negative Erfahrungen im Ausgang oder in der Schule», so Reimann. Er rechne daher mit einer starken Mobilisierung.

Die Facebook-Gruppe «Junge gegen Ausländerkriminalität» strebt laut Reimann 1000 Mitglieder an. Über Mundpropaganda sollen sogar bis zu 10000 Jugendliche erreicht und mobilisiert werden. So rollen bereits Stand- und Flugblattaktionen an.

Auch auf der Gegenseite lancieren Jungpolitiker den Abstimmungskampf. Die Jungparteien von FDP und CVP, die Juso und die Migrationsorganisation Secondos Plus haben sich im Kanton Bern zusammengeschlossen. «Wir haben einen gemeinsamen Nenner – wir sind gegen die Ausschaffungs-Initiative», sagt Patrick Minder, Präsident der Jungen FDP des Kantons Bern.

Ein erster gemeinsamer Auftritt ist für übernächste Woche geplant. Laut Ivica Petrusic, Vizepräsident von Secondos Plus, wird der überparteiliche Zusammenschluss jetzt auch schweizweit angestrebt: «Wir starten einen Effort.»

Laut einer Umfrage des Forschungsinstituts GfS hätten die jungen Wähler die Ausschaffungs-Initiative derzeit angenommen: Bei den 18- bis 39-jährigen Stimmberechtigten wollten 56 Prozent ein Ja einlegen.

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