VON SANDRO BROTZ

Haben Sie die Sendung und den Unfall gesehen?
Michael Baumberger: Nein, ich habe erst später Aufzeichnungen gesehen.

Haben Sie gleich realisiert, was es für ihn bedeutet?
Es war mir klar, dass etwas Gravierendes passiert sein muss. Mir
ist aufgefallen, dass er nach dem Sturz die Beine nicht mehr bewegt hat. Das kann aber verschiedene Ursachen haben.

In welchem Zustand haben Sie Samuel Koch angetroffen?
Er ist stabil. Er hat den Transport gut überstanden, ist aber noch sehr müde.

Ihre Kollegen in Düsseldorf teilten mit, es gebe «zaghafte Hoffnungen», dass die schweren Lähmungen an den Beinen und Teilen der Arme reduziert werden können. Einverstanden?
Das kann ich noch nicht klar definieren. Wir haben uns entschieden, ihn nach der Monitorisierung auf der Intensivstation und der Kontrolle der Vitalparameter schlafen zu lassen. Er soll sich jetzt von den Strapazen des Transports erholen können. Erst danach werden wir die entsprechenden Untersuchungen durchführen.

Sie können noch keine Prognose abgeben?
Die definitiven Untersuchungsergebnisse stehen uns noch nicht zur Verfügung. Es ist noch keine korrekte Aussage möglich. Die Hauptfrage bleibt: Ist es eine komplette oder eine inkomplette Lähmung? Das werden wir in den nächsten Tagen festlegen können. Ich bin lieber zurückhaltend.

Wie sieht die Reha aus?
In solchen Situationen - wir nennen es Akutphase - muss man dem Patienten die wichtigsten Sachen wieder beibringen, zum Beispiel wie man richtig atmet. Auch was die inneren Organe betrifft, muss man rechtzeitig mit der Rehabilitation beginnen. Blase und Darm sind ja auch von einer Lähmung betroffen.

Wie sieht es mit dem psychologischen Faktor aus?
Das ist sehr wichtig. Alle Patienten werden vom psychologischen Team betreut.

Was haben Sie ihm bis jetzt sagen können?
Ich habe ihn gefragt, wie es ihm geht. Ich habe mich und mein Team vorgestellt. Er muss wissen, wer die Leute sind, die mitarbeiten werden. Er soll sich wohlfühlen und Vertrauen in uns haben.

Wie lange wird er bei Ihnen bleiben müssen?
Wir brauchen Zeit. Acht bis zwölf Monate in der Rehabilitation - das ist wahrscheinlich die Realität.

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