VON OTHMAR VON MATT

«Ich habe mich noch nicht entschieden», sagt die Zürcher SP-Bundesrats-Anwärterin Jacqueline Fehr, als der «Sonntag» sie auf ihre mögliche Kandidatur ansprach. Morgen Montag gibt die Zürcher SP-Kantonalpartei den Fahrplan zu Fehrs Entscheidung bekannt: Die Nationalrätin will am 26. August bekannt geben, ob sie kandidiert oder nicht. Ist sie Kandidatin, gibt es abends ein Fest mit der SP Winterthur. Tritt sie nicht an, wird sie ihre Gründe für einen Verzicht vor den Medien erläutern. Am 30. August findet dann die Nominierung der Kandidaten durch die kantonale Zürcher SP statt.

Doch was lässt Fehr zögern? «Ich führe noch verschiedene Gespräche darüber, wie man unter den heutigen politischen Umständen gut in diesem Amt und im Bundesrat arbeiten kann», sagt die Zürcherin. Bedenken bereiten Jacqueline Fehr zwei Dinge. Erstens: dass die gesellschaftspolitischen Zeichen der Zeit auf Egoismus stehen, auch im Bundesrat. «Für mich ist Politik Teamarbeit», sagt Fehr. So arbeite ich im Parlament und so möchte ich auch im Bundesrat arbeiten können.» Zweitens: die starke Personalisierung durch die Medien. «Persönlich ist mir das ein Gräuel», sagt Fehr. «Ich werde je länger, desto medienscheuer, weil ich merke, wie stark die Personifizierung die politische Arbeit behindern kann.

Kein Thema ist fürJacqueline Fehr, dass sie als Zürcherin möglicherweise im Nachteil ist, weil mit Ueli Maurer bereits ein Zürcher im Bundesrat sitzt. «Ob zwei Zürcher, zwei Aargauer, zwei Berner oder zwei Waadtländer: Das ist nicht entscheidend», glaubt Fehr. «Viel wichtiger ist, dass sich möglichst viele Menschen im Bundesrat wirklich vertreten fühlen. Dazu sollte der Bundesrat vielfältig zusammengesetzt sein, auch was die soziale Herkunft und die Lebensumstände betrifft.»

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