VON PETER BURKHARDT, YVES DEMUTH UND BEAT SCHMID

Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert von der Schweiz, sie solle sich mit einer Kreditgarantie bis zu 16,5 Milliarden Dollar am Euro-Rettungsschirm beteiligen. Nur einen Tag vor der Debatte in der zuständigen Nationalratskommission warnt nun René Weber, der Schweizer Exekutivdirektor des Internationalen Währungsfonds, vor einem Nein der Schweiz.

«Sollte im Euroraum ein sehr grosser Kreditbedarf auftauchen, dann könnte der IWF seinen finanziellen Beitrag an ein entsprechendes Rettungspaket nicht leisten», begründet Weber im Interview mit dem «Sonntag» die Notwendigkeit der Aufstockung. «Wenn ein sehr grosses Land wie zum Beispiel Spanien Unterstützung benötigen würde, käme es zu einem Engpass.» Ausserdem gefährde die Schweiz mit einer Ablehnung des Zusatzkredits ihren IWF-Sitz.

Alarmstimmung wegen des schwachen Euros herrscht bei exportorientierten Gewerbefirmen. Der Verband Swissmechanic, dessen 1350 Firmen über 70000 Mitarbeiter beschäftigen, sendet deshalb einen Appell an den Bundesrat. Darin werden von Wirtschaftsminister Schneider-Ammann Massnahmen verlangt. Im Briefentwurf ist von einer «verheerenden» Situation und einem drohenden «gewaltigen Aderlass» an der Basis der Schweizer Industrie die Rede. Auch Hotellerie-Suisse-Präsident Guglielmo Brentel wendet sich an den Staat. Er verlangt 9 Millionen Franken mehr Fördermittel für den Tourismus.

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