VON ARTHUR RUTISHAUSER UND PETER HOSSLI

Die Atmosphäre mag «sehr gut» gewesen sein, wie Bundesrat Hans-Rudolf Merz gestern nach seinem ersten Gespräch mit US-Finanzminister Timothy Geithner in Washington betonte. Das bedeutet aber noch nicht, dass der Steuerstreit zu Ende ist.

Merz sagte im Anschluss an das Gespräch, dass beide Seiten die am Dienstag in Bern beginnenden Verhandlungen über ein neues Doppelbesteuerungsabkommen «so rasch als möglich» beenden wollen.

Merz verlangte von Geithner, den er während der Presse-konferenz auf Englisch konsequent Aussenminister nannte, die US-Steuerbehörde müsse ihre Klage gegen die UBS zurückziehen. Merz: «Ich glaube aber, dass er sich der Problematik bewusst ist.»

Der UBS gehen die Verhandlungen aber dem Vernehmen nach deutlich zu langsam. Darum will Kaspar Villiger am Montag in die USA fliegen und mit Geithner und Noten-bankchef Ben Bernanke neue Vorschläge besprechen, die einen weltweiten Standard zum Informationsaustausch in Steuerfragen bringen sollen.

Ein heikles Unterfangen: Bankenkreise befürchten, die UBS könnte zu viel des Bankgeheimnisses preisgeben. Innerhalb des Departements wird dies auch befürchtet und darüber spekuliert, ob die UBS bei den anderen Bundesräten eine Mehrheit finden und sich so durchsetzen könnte.

UBS-Sprecher Christoph Meier will dazu keine Stellung nehmen. Derweil verliert Zürich, die Metropole der Finanz-wirtschaft, ihr Label als attraktivste Stadt der Welt. Sieben Jahre war sie laut dem Mercer-Städteranking die lebens-werteste Stadt der Welt. Nun wird sie überholt – ausgerechnet von Wien.

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Foto: Siggi Bucher