Ein eigenes Facebook-Profil, einen Twitter-Account oder gar eine Blog-Website, diese trendigen Social-Media-Möglichkeiten sind für die Prinzen William (30) und Harry (27) tabu – das englische Königshaus verbietet seinen Aushängeschildern solche Aktivitäten. Auch im spanischen und schwedischen Königshaus wird gemäss Hofprotokoll die Web-Nutzungsfreiheit stark eingeschränkt. Zu gross ist die Angst vor Blaublüter-Meldungen, welche vom Volk und der Presse falsch verstanden werden könnten und zum Skandal mutieren.

Ganz anders scheint man damit auf der Insel Borneo im Sultanat Brunei umzugehen: Auf der persönlichen Blog-Website mit der Überschrift «Was mein Herz sagen will», schreibt Kronprinzessin Sarah Salleh (25) frei von der Seele. Aber auch wenn auf www.sarahsalleh.blogspot.com Titel wie unter anderem «Ich vermisse den Mann, den ich nie traf», «Ich liebe dich so sehr» oder «Liebesbrief» vielversprechende Einblicke in das Privat- und Liebesleben der Prinzessin vermuten lassen, so wird man beim Lesen enttäuscht. Inhaltlich dreht sich in ihren Gedichten und Meldungen alles ausschliesslich nur um den islamischen Gott Allah. «Ich bin sehr in Allah und seine perfekte Religion des Islams verliebt. Mit jedem Herzschlag vermisse ich Allah», schreibt die Studentin für Wirtschafts- und Politikwissenschaft, die nie Interviews gibt. «Dauerhaftes Glück kann nur durch Allah kommen. Allah ich liebe Dich.» Sarah Salleh äussert sich in ihren Zeilen immer wieder dankbar für ihr «wundervolles Leben». Sie hatte viel Glück und lebt in einer Welt fernab von finanziellen Sorgen: 2003 lernte sie Kronprinz und Milliardär Al-Muhtadee Billah bei einem Nachtessen im königlichen Palast (1778 Zimmer) kennen. Amors Pfeil traf beide mitten ins Herz.

Nur ein Jahr später besiegelten sie ihre Liebe mit einer 60 Millionen Franken teuren Hochzeit. Al-Muhtadee Billah besitzt ein Vermögen von rund 20 Milliarden Franken – mehrere Privatjets und eine Autosammlung von mehr als 500 Luxuswagen.

Sarahs Mami Suzanne Aeby ist aus Freiburg und deshalb liegt der Prinzessin den Kontakt zur Schweiz und zu ihren Verwandten am Herzen. Zum letzten Mal war sie vor drei Jahren zur Beerdigung ihres Grossvaters in der Schweiz. «Ihren Blog habe ich noch nie gelesen», sagt Marcel Aeby (63) aus Tafers FR, Onkel der Kronprinzessin von Brunei. «Es geht ihr aber sehr gut und wir haben oft Kontakt.»

Die schriftliche Interviewanfrage des «Sonntags» betreffend ihres Blogs und wann sie denn mit ihrem Sohn Abdul Muntaqim (2) und dem Ehemann wieder in die Schweiz komme, beantwortete Sarah Salleh nicht. Auch Marcel Aeby schweigt dazu. Zu gross sei der Rummel 2005 gewesen: Damals landeten der Kronprinz Al-Muhtadee Billah und seine Sarah in ihrem luxuriösen Privatjet in Genf, von dort aus ging es im Limousinen-Konvoi nach Bern. Das Paar wurde rund um die Uhr von Journalisten verfolgt.

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