VON FLURINA VALSECCHI

Roger Federer (27) im Liebesglück: «Es war schön zu wissen, dass sie mich so sehr liebt, und zu sagen, dass ich sie so liebe», sagte der Tennisstar diese Woche vor versammelter Weltpresse. Am Ostersamstag hatte er klammheimlich seine Partnerin Mirka Vavrinec (31) geheiratet. Und bald sind die Federers zu dritt, wenn Ende Juli ihr Baby zur Welt kommt.

Doch die beiden sind nicht das einzige Paar, das kurz vor der Geburt des Kindes zur Blitzhochzeit schreitet. Radio- und TV-Moderatorin Mona Vetsch heiratete ebenso mit Babybauch wie Model Sarina Arnold. Auch «Weltwoche»-Chef Roger Köppel liess sich mit Blick auf die baldige Geburt seines Kindes trauen. Und das deutsche Topmodel Heidi Klum war im fünften Monat schwanger, als sie 2005 Sänger Seal das Jawort gab.

«Eine Ehe bietet mehr emotionale und materielle Sicherheit als ein Konkubinat oder eine unverbindliche Partnerschaft», sagt der bekannte Beziehungstherapeut Klaus Heer. Wenn ein Paar eine Familie gründe, sei das für ein unverheiratetes Paar rein rechtlich noch immer mit einem grösseren juristischen Aufwand verbunden.

«Deshalb bietet sich die Ehe als Lebensform geradezu an, wenn ein Kind unterwegs ist.» Aber auch zwischen-menschlich wirke das Ja vor dem Standesbeamten, dem Pfarrer und der ganzen Familie verbindlicher. «Es ist ein ausdrückliches und klares Bekenntnis zum Partner.»

Ist die Freundin schwanger, drängen vor allem die Männer auf eine Heirat noch vor der Geburt des gemeinsamen Kindes. Gemäss einer Studie der Universitäten Lausanne und Genf wollten über die Hälfte der befragten Männer ihre schwangere Freundin unbedingt heiraten.

Klaus Heer erklärt: «Schwangere Frauen befinden sich in einer sehr sensiblen emotionalen Phase, sie sind stark mit dem wachsenden Baby beschäftigt.» Der Mann hingegen sei in die Schwangerschaft weniger involviert und habe den Kopf freier für Gedanken an die Ehe.

Männer wollen mit der Ehe für klare Verhältnisse sorgen. «Sie stehen unter einem unterschwelligen Legitimationsdruck und wollen klarstellen, dass sie der Vater des Kindes sind», so Heer. Auch die Namensfrage soll vor der Geburt geklärt sein. Bleibt das Paar unverheiratet, trägt das Kind gewöhnlich den Namen der Mutter.

Heiratet das Paar vor der Geburt, haben die Eltern die Wahl, meistens aber erhält das Kind den Familiennamen des Mannes. «Die Frau will in dieser Phase vor der Geburt möglichst keinen zusätzlichen Stress und überlässt den Namens-Entscheid meist widerstandslos dem Partner.»

Beim Mann kommt laut Heer ein emotionaler Grund dazu. Er fühlt sich bei der Mutter-Kind-Beziehung meist ausgeschlossen und befürchtet, dass er nun die Liebe seiner Frau mit dem Kind teilen muss. Als Zeichen der Zusammengehörigkeit möchte er rasch heiraten.

Die Frauen hingegen stimmen der Hochzeit zu, weil sie ein zuverlässiges Nest für die Familie haben möchten. Studien zeigen, dass Frauen ihre Partner nach dem Faktor Sicherheit wählen. Auch die Ehe gibt ihnen diesen Rückhalt.

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