«Der Konsum von Fleisch ist eine Verschwendung von Nahrung, Wasser und Energie», sagt Jens Hermes. Der 29-jährige Chemiedoktorand setzt sich dafür ein, dass in den Basler Uni-Kantinen künftig weder Fleisch noch Fisch auf den Tellern landen. Und er geht noch weiter: «Auch was Hunde und Katzen im Fressnapf vorgesetzt bekommen, muss man überdenken.» Für ihn ist klar: «Hätte ich einen Hund oder eine Katze, würde ich versuchen, das Tier gesund vegan zu füttern.»

Unterstützung erhält er von Sebastian Leugger vom Verein Tier im Fokus: «Es gibt veganes Futter für Hunde und Katzen, das weniger Tierleid verursacht.» Die Herausforderung sei, das den Haltern zu vermitteln. «Ich erlebe oft, dass sie darauf beharren, ihren Tieren Fleisch zu füttern, weil das ‹natürlich› sei. Dabei können heute Produkte auf pflanzlicher Basis das Fleisch ersetzen.»

In der Schweiz geben Herrchen und Frauchen jährlich rund 700Millionen Franken für das Futter ihre Vierbeiner aus. Ist da auch vegetarische oder vegane Nahrung dabei? «Wir bieten kein vegetarisches Futter für Katzen an. Die für Katzen lebensnotwendigen Amino- und Arachidonsäuren sind nur in tierischem Protein enthalten», sagt Eveline Stocker von der Tiernahrungsfirma Fressnapf Schweiz. «Und bei Hunden empfehlen wir, nicht gänzlich auf Fleisch zu verzichten.» Bei Fressnapf treffen selten Anfragen für vegetarisches Futter ein. «Vielmehr fragen Halter nach Bio-Futter oder Futter mit Schweizer Inhaltsstoffen.»

Die Haltung des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET) ist klar: «Hunde und Katzen vegetarisch oder gar vegan zu ernähren ist nicht mit den Bedürfnissen dieser Tiere zu vereinbaren und ist damit nicht artgerecht», sagt Sprecherin Regula Kennel. Beides seien Raubtiere, deren Hauptnahrung aus Fleisch bestehen müsse. Für die Verdauung von ausschliesslich Pflanzenkost hätten Hund oder Katze nicht den geeigneten Magen. «Wollen Veganer aus ökologischen Gründen auf die Fleischnahrung bei Hunden und Katzen verzichten, sollen sie keines der Tiere halten.»

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