VON NADJA PASTEGA

Bei hohen Temperaturen müssen Klimaanlagen besonders gut funktionieren – doch in den letzten Tagen haben sich die Störungen in den SBB-Zügen gehäuft. Die Zahl der Pannen-Meldungen ist gestiegen: «Im Normalfall verzeichnen wir täglich im Schnitt 12 Fehlermeldungen zu Klimaanlagen. In den letzten heissen Wochen stieg diese Zahl auf gut 20», sagt SBB-Sprecher Reto Kormann.

Die Zunahme sei jedoch saisonal bedingt: «Die Pannenanfälligkeit von Klimaanlagen liegt im Sommer traditionell höher, weil sie während der wärmeren Jahreszeit stärker beansprucht werden.» In einem ICE in Deutschland spielten sich nach dem Ausfall der Klimaanlagen dramatische Szenen ab: Mehrere Jugendliche erlitten einen Hitzekollaps und mussten hospitalisiert werden.

Bei den SBB heisst es, man habe derzeit «nicht mehr Anfragen des Zugpersonals zu medizinischen Notfällen als bisher». Seit Mitte Juni habe das Zugpersonal drei medizinische Notfälle gemeldet. Ob es sich dabei um «hitzebedingte» Notfälle handle, sei aus den Meldungen nicht ersichtlich, sagt Kormann.

Das Zugpersonal werde derzeit mit Flyern auf die hohen Temperaturen sensibilisiert.
Tropische Temperaturen herrschen vor allem in den nicht klimatisierten SBB-Wagen: Von den rund 313 000 Sitzplätzen in den Reisezugwagen sind laut den SBB 182 000 – also 40 Prozent – nicht klimatisiert. Bis Ende 2016 sollen die Flotten des SBB-Regional- und Fernverkehrs vollständig klimatisiert sein.