Grosse Gefühle gestern Abend in Friedrichshafen (D) bei Thomas Gottschalks Abschiedsvorstellung: «Alles was ich will, ist Spass haben heute Abend», so der Showmaster zu Beginn. Er lief noch einmal zu Bestform auf, mit gewohnt witzigen Sprüchen und einem Grossaufgebot an Stars: Ob Hollywood-Schönheit Jessica Biel, Sänger Lenny Kravitz, NBA-Profi Dirk Nowitzki oder Star-Designer Karl Lagerfeld – auf dem legendären Sofa herrschte Hochbetrieb und tolle Laune. Ein Thema war auch die Nachfolge: «Ich muss darüber schlafen und gebe dir morgen Abend in meiner Live-Show auf RTL einen Bescheid», antwortete Wett-Pate Günther Jauch auf Gottschalks Frage ob er «Wetten, dass..?» moderieren wolle.

Der wohl entscheidende Augenblick für das Ende von Thomas Gottschalks «Wetten, dass..?»-Karriere passierte live vor den Augen eines Millionen-Fernsehpublikums: Am 4. Dezember 2010 stürzte der Wettkandidat Samuel Koch so schwer, dass die Sendung erstmals in ihrer Geschichte abgebrochen wurde. Schon in der darauffolgenden Show verkündete Gottschalk seinen Rücktritt.

Überraschend steigt nun auch das Schweizer Fernsehen (SRF) aus: «Wir haben unsern Entscheid immer davon abhängig gemacht, wie es mit ‹Wetten, dass..?› weitergeht», so SRF-Sprecher Marco Meroni. SRF ist gemäss Meroni über die Pläne des ZDF nicht informiert. «Weder, wie es konzeptionell weitergehen soll, noch wer die Sendung moderieren wird.» Meroni: «Wir müssen die Planung für 2012 vorantreiben und haben uns deshalb entschlossen, ‹Wetten, dass..?› im ersten Halbjahr 2012 nicht zu programmieren. Wie es danach weitergeht, hängt davon ab, welche Entwicklung die Sendung nimmt.»

Der Entscheid zum (vorläufigen) Ausstieg ist nachvollziehbar: Die einstige Paradesendung leidet an akuter Schwindsucht. Hatte die Gottschalk-Show im Jahre 2010 noch einen durchschnittlichen Zuschauermarktanteil von 32,2 Prozent, erreichte die Ausgabe vom 8. Oktober 2011 gerade noch 29,4 Prozent.

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