VON PATRIK MÜLLER UND FLURINA VALSECCHI

An Ostern sind die Kirchen vergleichsweise gut gefüllt – Teenager wird man heute in den Gottesdiensten dennoch nur selten antreffen. Das heisst aber nicht, dass sie «gottlos» sind. Dies belegt eine Befragung von 748 Jugendlichen im Alter von 13 bis 16 Jahren.

Demnach glauben 21,9 Prozent «sehr» und weitere 41,7 Prozent «ziemlich/mittel», dass es Gott oder etwas Göttliches gibt.

«Die These, Jugendliche hätten sich von der Religion abgewandt, erweist sich als falsch», sagt der Studien-verantwortliche, Christoph Morgenthaler vom Institut für Praktische Theologie an der Universität Bern.

Der Glaube ist je nach Konfession beziehungsweise Religion unterschiedlich ausgeprägt: Bei katholischen Teenagern ist er etwas stärker als bei reformierten. Deutlich stärker ist er bei muslimischen Jugendlichen. Und mit Abstand am stärksten bei Angehörigen christlicher Freikirchen.

Muslimische und freikirchliche Jugendliche sind es denn auch, die vergleichsweise oft beten und Gottesdienste besuchen. Die anderen Teenager unterscheiden dagegen stark zwischen ihrem persönlichen Glauben und dem Mitwirken in einer Kirche.

Letzteres ist «out». Auf die Frage, wie oft sie beten, resultierte bei reformierten Jugendlichen ein Mittelwert von gerade mal 0,8 auf einer Skala von 0 (nie) bis 4 (sehr oft).

Die jüngste Pfarrerin der Schweiz, die 29-jährige Anja Niederhauser, sagt dazu: «Die Jugendlichen sind an religiösen Themen interessiert, möchten aber nicht zu sehr in Verbindung mit Kirche und der Bibel gebracht werden.»

Die Jugend-Umfrage ist Teil des nationalen Forschungs-programms «Religionen in der Schweiz».

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